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Jesus Christ Superstar

Waggonhalle Produktion No. 27

Eilmeldung! Jesus-Darsteller Lukas Nadjiri wird mit einem der ersten drei Plätze in der Kategorie „Bester Musicalsänger“ ausgezeichnet. Dies gab die Deutsche Popstiftung, Ausrichter des „34. Deutschen Rock & Pop Preises 2016“, bekannt.

in englischer Originalfassung!

Es war der große Durchbruch für Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, ein Aufreger ihrer Generation und ist seit der Uraufführung in 1971 eines der meistgespielten Stücke überhaupt. Die Rockoper „Jesus Christ Superstar“ – die bislang aufwändigste Amateurproduktion der Waggonhalle: 25 Aufführungen, 12-köpfige Liveband, 18 darstellende Künstler!

Aus der speziellen Sicht von Judas werden die letzten sieben Tage im Leben Jesu gezeigt. Unter der musikalischen Leitung von Tom Feldrappe und der Regie von Katrin Rouwen entsteht eine spannende und zeitgenössische Interpretation des weltbekannten Musicals, in der die talentierten Künstler – viele von ihnen Musikstudenten aus Marburg und Gießen – voller Spielfreude und Stimmgewalt ihr Können zeigen.

Erleben Sie eine frische, mitreißende und rockige Show und freuen Sie sich auf einen wahren Musical-Klassiker!

Gesangstexte von Tim Rice
Musik von Andrew Lloyd Webber

Die Übertragung der Aufführungsrechte erfolgt durch die MUSIK UND BÜHNE Verlagsgesellschaft, Wiesbaden, namens und im Auftrag von THE REALLY USEFUL GROUP LTD, LONDON.

www.musikundbuehne.de

www.reallyuseful.com

Jesus Christ Lukas Nadjiri
Judas Iscariot Yannick Bernsdorff
Mary Magdalene Svenja Göbel
Pontius Pilate Patrick Pohl
Caiaphas Sergei Feller
Annas Patrick Pohl
King Herod Andreas Gerhard
Simon Zealotes Henrik Stolte
Peter Amr Elbannan
Priest 1 Robin Lautenbacher
Priest 2 Felix Waidhas
Priest 3 Andreas Gerhard
Girl Nadja Nachtigall
Soulgirls Princess Amarachi Anyasodor, Anastasia Höchst, Viola Wanke
Ensemble Janosch Dieckmann, Pierre Griffon, Katrin Rouwen, Verena Schmitz, Anne Stellberger
Musikalische Leitung Tom Feldrappe
Regie Katrin Rouwen
Piano Conductork, Keyboard III Tom Feldrappe
Keyboard I Satchin Kasse
Keyboard II Alex Melinic
Keyboard II Claudia Henning
Gitarre I Dennis Obermann
Gitarre II Florian Dille
Bass N.N.
Drums Silas Jakob
Percussion Christoph Schopp
Horn Jan Hendrik Polle
Horn Alexander Mainz
Trompete Katrina Gagelmann
Querflöte Michael Weiss
Klarinette / Saxophon Jochen Müller-Cohrs
Sound-Design Marcel Rudert
Tontechnik Jan Krautwurst
Lichtdesign Johannes Napp
Lichttechnik / Grafiken Manuel Deiker, Manuel Klumpp
Maskenbildnerin Freya Liefers
Produktionspraktikantin Hamila Kamara
Plakatdesign / Fotos Hasret Sahin

„JESUS CHRIST SUPERSTAR“ IN DER WAGGONHALLE
Der Nazarener und die Blumenkinder
Mitten ins Marburger Sommerloch setzt die Waggonhalle die Premiere ihrer 27. Eigenproduktion – und bietet mit der Rockoper „Jesus Christ ­Superstar“ allen Daheimgebliebenen ein großartiges Stück Musiktheater.
Mitreißende Choreografie, klasse Stimmen: „Jesus Christ Superstar“ rockt.

Marburg. Andrew Lloyd Webber komponierte das Musical, das 1971 erstmals aufgeführt wurde, und zwar weit entfernt von der Süßlichkeit mancher seiner späteren Erfolge.

Nachdem es ursprünglich für einen Skandal sorgte, ist es heute ein Klassiker, die Liedtexte stammen von Tim Rice. Neben musicaltypischen Balladen bietet „Jesus Christ Superstar“ hochkarätige, absolut mitreißende Rockmusik im Stil der Siebziger.

Und das Ensemble, das sich selbst als „semiprofessionell“ bezeichnet, brachte diese Musik bei der ausverkauften Premiere hochprofessionell auf die Bühne: Mit einer druckvollen Liveband, in einer stimmigen Inszenierung, und mit Darstellern, die mit einer Riesenportion Herzblut und großem Können agierten.

Gesungen wird durchgängig auf Englisch, gesprochenen Text gibt es nicht. Die Handlung dürfte jedoch als bekannt vorausgesetzt werden, zudem werden die einzelnen Szenen im Programmheft kurz erläutert. Jesus von Nazareth ist in dieser Erzählung der letzten sieben Tage im Leben Jesu eine sehr menschliche Figur, und die Inszenierung macht ihn noch menschlicher.

Regisseurin Katrin Rouwen siedelt die Handlung in einer Gegenwart mit Reminiszenzen an die Siebzigerjahre an, in der Jesus von seinen Anhängern als cooler Heilsbringer verehrt und gefeiert wird – Selfies mit dem Erlöser und schicke Jesus-T-Shirts inklusive.

Der Blick durch Judas‘ Augen bekommt so eine gewisse Zwangsläufigkeit, denn Judas sieht Jesus in Gefahr, der Oberflächlichkeit zu erliegen. Er fühlt sich nicht wertgeschätzt, ist eifersüchtig auf Maria Magdalena (Svenja Göbel, Foto: Hoffsteter) und verrät Jesus (Lukas Nadjiri) aus Wut und im Bedürfnis, ihn und die Jünger vor dem Zerstörungswillen der Priester zu schützen – mit den bekannten Folgen.

All das ist packend und pointiert inszeniert, die zwei Stunden fliegen nur so vorüber. Das Bühnenbild ist schlicht und lässt Raum für das umfangreiche Ensemble, die effektvolle Lichtregie tut ein übriges, das Bühnengeschehen abwechslungsreich zu gestalten. Und natürlich die Darsteller.

Lukas Nadjiri ist ein zarter, fast verhaltener Jesus mit heller Stimme, der in seinen aufbegehrenden und verzweifelten Momenten das ganz große Gefühl transportieren kann. Yannick Bernsdorff als Judas hat eine Rockröhre mit viel Druck dahinter. Alle Akteure haben bereits Erfahrung auf der Bühne, und das hört man auch. Bei dem einen oder anderen merkt man zwar, dass er keine ausgebildete Stimme hat, schräge Töne gibt es aber keine.

Beklemmender
 Moment der Kreuzigung

Alles sitzt, ebenso wie die mitreißende Choreografie, bei der aber auch wirklich jeder Tanzschritt perfekt ist. Auch das schauspielerische Talent vieler Mitwirkender ist groß, neben den Hauptdarstellern ist Patrick Pohl als Pontius Pilatus und Hannas herauszuheben. Bühnenpräsenz haben wirklich alle.

Alles wird zusammengehalten von den hervorragenden Musikern um den musikalischen Leiter Tom Feldrappe, der Initiator dieser für die Waggonhalle bislang aufwendigsten Eigenproduktion ist.

Großartige Momente gibt es viele: So wird die Szene, in der Jesus im inneren Zwiegespräch mit Gott ist, von Nadjiri so eindrucksvoll gestaltet, dass er tosenden Zwischenapplaus erntet. Beklemmend ist die Szene, in der die sehr heutig wirkende Menge die Kreuzigung Jesus‘ fordert und sich an seiner Auspeitschung ergötzt. Und in dem Moment, als Jesus tatsächlich am Kreuz hoch über der Bühne hängt, wird es ganz still.

Auf der anderen Seite gibt es mitreißende Massenszenen mit den Hippie-Jüngern des Messias, die mit Friedenstauben und Anti-Atomkraftplakaten über die Bühne tanzen. Oder die zynische Show, in der ein scheinbar wiederauferstandener Judas als Entertainer mit Engelschor auftritt.

Herausragende Unterhaltung auf hohem Niveau, für alle Altersgruppen und (beinahe) jeden Musikgeschmack geeignet, bei der Premiere frenetisch mit stehenden Ovationen bejubelt.

von Heike Döhn

(Oberhessische Presse 05.08.16)

Musical „Jesus Christ Superstar“ in Marburg

Von Heiner Schultz
MARBURG – Einen prachtvollen Auftakt feierte am Abend das Musical „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Unter der Regie von Katrin Rouwen und der musikalischen Leitung von Tom Feldrappe erwiesen sich die weltberühmten Melodien in der musikalisch und choreografisch hochwertigen Umsetzung als quicklebendig.

Die Premiere war ausverkauft, konnten sich die Macher freuen. Die Eigenproduktion der Waggonhalle, die von zahlreichen Sponsoren unterstützt wird, setzt auf die Kraft der Melodien und der Darsteller. Und die gaben wirklich alles, angefangen vom temperamentvollen Hauptdarsteller bis zur letzten Chorsängerin. Die Geschichte ist gruselig: Während die Menschen Jesus zujubeln, beschließt eine unheilige Priestertruppe: „This Jesus must die“. Die Priester sind in den Anzügen von den anderen Darstellern gut zu unterscheiden – die bösen Mächte. Und dann ist da noch Simon (klar und deutlich: Henrik Stolte), der Jesus gegen die Römer mobilisieren will. Zwischen Jesus und seinen Anhängern herrscht derweil fröhliches Übereinstimmen. Die bunt gekleidete Truppe symbolisiert unverkrampfte Lebensfreude. Geprobt wurde unter anderem in den Räumen der Gießener Musikschule, Kostüme (die Darsteller sehen geradezu unheimlich authentisch nach den Siebzigern aus) lieh das Stadttheater.

Schon zu Beginn ist klar: Dieses Ensemble ist bestens präpariert. Dirigent Feldrappe hat zum einen sein sichtbar motiviertes Orchester komplett im Griff. Topgeschlossen und mit schön ausgewogenem Sound geht die Sache ins Ohr, durchaus nicht zu laut übrigens. Zugleich erweist sich der Chor als mustergültig disponiert: So dichte, samtene Harmonieflächen hört man selten, natürlich auch aus dem Off.

Das nächste Glanzlicht sind die Darsteller. Mit Lukas Nadjiri als Jesus und Svenja Göbel als Maria Magdalena sind zwei ausnehmend begabte Vokalisten am Werk. Schon im ersten Duett stimmt die Chemie auch darstellerisch, die beiden sind bestens aufeinander eingestimmt; ihre Liebe stellt man nicht infrage. Vor allem Nadjiri macht mit sehr prägnanter Stimme und tadelloser Intonation eine tolle Figur, zumal er auch das Darstellerische zwanglos beherrscht. Später übertrifft er sich stimmlich noch deutlich und findet zu wahrer Eindringlichkeit. Die verströmen auch Yannick Bernsdorff (Judas) und Patrick Pohl als Pontius Pilatus und Hannas, eine schön gestörte Figur mit zahllosen expressiven Details.

Ein weiteres Glanzlicht der Inszenierung sind die Bilder. Obgleich praktisch keine Dekoration im Spiel ist – das übernimmt das dynamische Lichtdesign –, überzeugt das Ganze mit von der Regisseurin ausnahmslos stimmig choreografierten Szenen. Die besitzen oder entwickeln jeweils ganz beachtliche Wirkung. Köstlich sind zudem Einfälle wie etwa ein rot gekleideter „Buddy Holly“ (Andreas Gerhard, Herodes), ein schöner kleiner Nebeneffekt. Dabei fällt auf, dass ausnahmslos alle Ensemblemitglieder aktiv im Spiel sind, mittragen und mitgestalten – wohin man blickt, pulsiert das echte Leben. Da merkt man, dass die meisten Akteure schon einige Jahre Erfahrung mitbringen und einen Mordsspaß haben. Diese starke positive Energie springt auf den Zuschauer über.

So erweist sich die bis ins letzte Detail durchstrukturierte Produktion als ungewöhnlich stimmige, runde und vor allem emotional kraftvolle Angelegenheit, in der die genialen Songs der Autoren („Superstar“, „I don’t know how to love him“) bestens zur Wirkung kommen. Mordsbeifall.

(Gießener Anzeiger 04.08.16)

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