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Fast Normal – Next to Normal

Waggonhalle Produktion No. 34

Musical von TOM KITT (Musik) und BRIAN YORKEY (Buch & Gesangstexte), Deutsch von TITUS HOFFMANN

Hessische Erstaufführung

Oberhessische Presse: „… ein mitreißendes, tief berührendes und zugleich unterhaltsames Musical. (…) Wem nicht die Augen feucht werden, der muss schon ganz schön abgebrüht sein.“

Gießener Anzeiger: „Die Kreativen der Waggonhalle haben sich hier selbst übertroffen, das Publikum bleibt berührt zurück. Langer, massiver Beifall.“

musicalzentrale.de: „… ein Musicalabend, der nachhaltig im Gedächtnis bleibt.“

FAST NORMAL – Next to Normal ist ein Musical von Tom Kitt (Musik) und Brian Yorkey (Libretto). Es erzählt die Geschichte einer Mutter, die an einer bipolaren Störung leidet und von den Auswirkungen, die diese auf ihre Familie hat.
Außerdem befasst sich das Musical mit Themen wie Trauer um einen Verlust, Selbstmord, Drogenabhängigkeit, Ethik in der modernen Psychiatrie und dem Leben in einem Vorort.

Das Musical gewann 2009 drei Tony Awards*, den „Outer Critics‘ Circle Award“ für herausragende Leistung und wurde 2010 mit dem Pulitzerpreis für Drama ausgezeichnet.

Dauer der Veranstaltung
Insgesamt: ca. 2:20 Stunden

1. Akt – 65 min.
Pause – 20 min.
2. Akt – 50 min.

Original-Broadwayproduktion von David Stone,
James L. Nederlander, Barbara Whitman, Patrick Catullo und Second Stage Theatre
Die Übertragung des Aufführungsrechtes erfolgt 
in Übereinkunft mit MUSIC THEATRE INTERNATIONAL (EUROPE) LTD, London. Bühnenvertrieb in Deutschland:
MUSIK UND BÜHNE Verlagsgesellschaft mbH, Wiesbaden.

Die aufwendigste semi-professionelle Musicalproduktion der Waggonhalle!

Waggonhallen Empfehlung: Ab 12 Jahre

Hinweis: Es werden während der Vorstellung keine Drogen zum Einsatz kommen.

Auf der Bühne wird geraucht.

Diana Felicitas GEIPEL, Anjuschka UHER
Dan Yannick BERNSDORFF, Sören FLIMM
Gabe Nils-Patrik GOMBERT, Lukas SANDMANN
Natalie Karoline BLÖCHER, Tahira SCHÄFER
Henry Jonas BLAHOWETZ, Joshua EDELSBACHER
Dr. Madden / Dr. Fine Yannick BERNSDORFF, Mark WIEDERMANN
Piano Conductor / Key 1 Tom FELDRAPPE
Piano Conductor / Key 1 Andreas GERHARD
Drums Johannes FUNK
Gitarre Dennis OBERMANN, Christian ZIEGLER
Bass Leonard ISBERNER / Edgar KARG
Violine / Key 2 Tabea HOFMANN / Benjamin SCHICHTHOLZ
Cello Julia HAMBORG, Göran UNZNER
Produktionsleitung Kurosch ABBASI
Produktionsleitung, Musikalische Leitung, Dirigent Tom FELDRAPPE
Inszenierung und Regie Jens Daryousch RAVARI
Choreographie Dors MARLIS
Stellv. Musikalischer Leiter, Dirigent Andreas GERHARD
Schauspielcoach Martin SCHMIDT
Bühnenbild Ivan LITWITSCHENKO
Kostüm / Requisite Alona WINTER
Technische Leitung Jonathan ZEITZ
Light Design Patrick HOSSEINI
Light Design / Videoanimation Michel HONOLD
Art Design Hasret SAHIN
Sound Design Lukas NADJIRI

Oberhessische Presse, 02.08.19

Den Musical-Rahmen gesprengt
„Fast normal“ begeistert bei der ausverkauften Premiere in der Waggonhalle das Publikum
Eine Frau, deren psychische Erkrankung das Leben ihrer Familie überschattet – Stoff für ein düsteres Drama. Oder aber auch für ein mitreißendes, tief berührendes und zugleich unterhaltsames Musical.

von Heike Döhn

Marburg.
Dass ein scheinbar schwerer Stoff sich für das eher der leichten Muse zugeordnete Genre des Musicals eignet, davon konnte man sich bei der Premiere von „Fast normal“ in der Waggonhalle überzeugen Die fünfte Musicalproduktion des Kulturzentrums ist anders als die Vorgänger – intimer, kleiner und zugleich auch größer, was die emotionale Tiefe und die komplexe Wucht der Musik angeht. Die etwa zwei Stunden Spielzeit vergingen wie im Flug, so facettenreich und auch spannend ist die Geschichte um Diana (Felicitas Geipel), bei der der Tod ihres Kindes eine bipolare Störung ausgelöst hat, die seither das Leben der Familie dominiert Der mit acht Monaten gestorbene Sohn ist für sie zu einem jungen Mann herangewachsen, der ihren Alltag begleitet, nur für sie sichtbar und doch als Schatten über dem Leben ihres Ehemanns Dan (Sören Flimm) und ihrer Töchter Natalie (Karoline Blöcher),
Dan schickt seine Frau von Psychiater zu Psychiater und versucht, die Ursache für Dianas Störung auszublenden. Natalie spürt, dass ihre Mutter keinen Zugang zu ihr findet und stürzt sich erst in Leistung und später in die Drogensucht. Nur ihr Freund Henry (Joshua Edelsbacher) steht ihr zur Seite, doch auch er ist verstört von der Atmosphäre in Natalies Elternhaus. Dianas Wahnvorstellungen werden stärker, Psychopharmaka und eine Elektrokrampftherapie verschlimmern ihren Zustand und ihr Sohn Gabe (Lukas Sandmann) scheint sie für immer auf seine Seite ziehen zu wollen. Starker Tobak also, den Textvorlage und Regie dem Publikum aber in einer Mischung aus Pathos und Humor, Realismus und Abstraktion nahebringen.
Dabei geht es naturgemäß um große Gefühle, da ist „Fast normal“ dann doch wieder typisch Musical, Selten aber werden die Emotionen des Publikums so echt berührt wie in diesem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Stück, das 2009 erstmals am Broadway aufgeführt wurde, Wem nicht die Augen feucht werden, der muss schon ganz schön abgebrüht sein.
Zumal die Musik die Handlung spiegelt, stützt und ergänzt, hochkomplex, und eingängig zugleich über weite Strecken ist das, was die sechsköpfige Combo unter dem Dirigat des musikalischen Leiters und Produktionsleiters Tom Feldrappe abliefert, dynamisch und rockig, dann wieder filigran, mit Elementen von Jazz oder Countrymusik. Eine großartige Mischung aus Schlagzeugbeats, Gitarrenriffs und Geigenklängen, mit gängigen Musicalmelodien nicht zu vergleichen.
Die Sänger sind ausnahmslos großartig, ihnen allen ist die große Erfahrung, über die sie verfügen, anzusehen und anzuhören. Neben ihrem intensiven Spiel überzeugen sie durchweg mit ihren Stimmen – Felicitas Geipel als Diana Goodman sticht dabei noch hervor, doch auch die anderen überzeugen Einziger Schönheitsfehler: Die (deutschen) Texte sind manchmal schwer zu verstehen, was auch der Dynamik der Musik geschuldet ist Es reicht aber stets aus, um der Handlung gut folgen zu können.
Die nicht erhabene Bühne mit einer großen Spiegelfläche als Sinnbild für Dianas verzerrte
Realität holt das Publikum mitten ins Geschehen, Und die Regiearbeit von Jens Ravari bringt die Geschichte noch näher heran, potenziert die Emotionalität und lässt den Zuschauern mitfiebern und um Dianas Schicksal bangen. Wie es ausgeht wird hier nicht verraten, aber auf jeden Fall wird man positiv gestimmt und mit Kopf und Herz voller großartiger Musik in die Nacht entlassen.

www.musicalzentrale.de

Drama
Fast normal
Next to Normal

Regisseur Jens Daryousch Ravari fesselt das Publikum mit seiner behutsamen und auf die Emotionen der Protagonisten ausgelegten Inszenierung. Er führt den Cast einfühlsam durch das diffizile Werk und lässt mithilfe der ausnahmslos starken Darsteller den Wahnsinn der Familie Goodman „fast normal“ wirken.
(Text: Jens Alsbach)

Premiere: 30.07.2019
Rezensierte Vorstellung: 30.07.2019
Showlänge: 140 Minuten (ggf. inkl. Pause)

Von dem Irrtum, dass man bei der neuesten Musicalproduktion der Waggonhalle Marburg zwischen Profi- und Amateurdarsteller unterscheiden muss, sollte man sich beim Betreten der denkmalgeschützten Halle gleich verabschieden. Das mittlerweile im fünften Jahr spielende Musicalensemble aus Marburg macht seinen Job großartig. Und so werden die für diese Saison „eingekauften“ Profidarsteller Felicitas Geipel und Lukas Sandmann zu einem Teil dieses Ensembles und nicht zu den Stars der Show. Generell bietet die Handlung des Werks von Tom Kitt und Brian Yorkey hierzu auch gar keine Gelegenheit, denn die Show ist eine große Ensemblenummer, bei der jede Figur vonnöten ist, um die Geschichte von Diana Goodman und ihrer bipolaren Störung zu erzählen. Die Krankheit der Mutter ist quasi der Hauptakteur in diesem oft verstörenden und dennoch unterhaltsamen Werk, das mit mehreren Tony Awards am Broadway ausgezeichnet wurde. Harter Tobak für einen unterhaltsamen Musicalabend. Aber genau das macht das Musical einzigartig in seiner Sparte und deshalb so sehenswert.

Umso erstaunlicher, dass sich die Marburger Bühne mit ihrem semi-professionellen Ensemble an ein solches Brett gewagt hat. Aber letztlich kann man gratulieren: Alles richtig gemacht!

Möglich wurde dies durch ein dreiköpfiges Kreativteam, bestehend aus Kurosch Abbasi (Produktionsleitung) und Tom Feldrappe (Musikalische Leitung), die die Idee für dieses Projekt erdachten, sowie Regisseur Jens Daryousch Ravari, der die Geschichte auf die Bühne brachte.

Hinzu kommen viele bekannte Gesichter des Marburger Ensembles, wie Sören Flimm als unter der Krankheit seiner Frau zerbrechender Ehemann Dan oder Yannick Bernsdorff in der Doppelrolle des Arztes, der ein hervorragendes Comedy-Timing aufweist und die traurige Geschichte immer wieder durch seine Auftritte aufzulockern weiß.

Besondere Erwähnung verdient Karoline Blöcher, die in der Rolle der ewig missverstandenen und vergessenen Tochter Natalie Goodman zu Tränen rührt und eine äußerst variable Stimme ins Feld führt, mit der sie besonders am Schluss („Fast normal“) berührt.

Ebenso überzeugend spielt Lukas Sandmann als Gabe Goodman, der Sohn – der besonders im zweiten Akt – als Sinnbild für Dianas Krankheit steht. Während er im ersten Akt noch eher zurückhaltend agiert und beim Showstopper „Ich lebe“ mit kräftig-rockiger Stimme überzeugt, darf er im zweiten Akt seine diabolische Seite auspacken und richtig böse werden, was ihm mit starkem Ausdruck gelingt.

In diesem Zusammenhang sei das Bühnenbild von Ivan Littwitschenko erwähnt, der mit einem im hinteren Bühnenbereich stehenden Kasten mit halbtransparentem Spiegel einige äußerst effektvolle Auftritte von Gabe ermöglicht. Auch sonst ist das Bühnenbild sehr stimmig; gespielt wird auf verschiedenen Ebenen mit einigen wenigen Requisiten.

Letztlich kann man sich vor der Leistung von Felicitas Geipel als Diana Goodman nur verneigen, denn eine solche Rolle stimmig und überzeugend auf die Bühne zu bringen, verlangt einiges an schauspielerischem Talent. Dieses hat die erprobte Darstellerin offenkundig – und so überzeugt sie vom Beginn der Show, wo sie es schafft, dem Zuschauer noch eine „heile Welt“ vorzugaukeln, bis zum Finale und den damit verbundenen Konsequenzen für die Goodman’sche Familie. Eine hervorragende Leistung.

Während der gesamten Probenphase stand die Produktion übrigens unter professioneller Betreuung von Psychologe und Schauspielcoach Martin Schmidt, was der Entwicklung und dem Produkt merklich gut getan hat. Niemals wirken Szenen überzogen oder ansatzweise unglaubwürdig, was bei einem solch schwierigen Thema wie dem der psychischen Krankheit durchaus nicht einfach ist.

Die sechsköpfige Band unter der Leitung von Tom Feldrappe ist an den Bühnenseiten platziert und wechselt gekonnt zwischen rockigen und feinfühligen Momenten, wobei die Darsteller nie übertönt werden.

„Fast normal“ ist ein Musical, das beweist, dass es nicht immer klassisches Happy End und Fun-Show sein muss, um den Zuschauer zu fesseln. Diese Show überzeugt mit starken Charakteren, die sehr real dargestellt werden und bewusst in keine Stereotypen-Schublade passen. Wenn sie dann noch von einem solch talentierten Ensemble präsentiert und so präzise in Szene gesetzt werden, dann entsteht ein Musicalabend, der nachhaltig im Gedächtnis bleibt.
(Text: Jens Alsbach)

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