Hoppla wir sterben
Kriegstüchtig also sollen wir werden – die Wehrpflicht kommt schrittweise zurück – Aufrüstung aller Orten – Milliarden werden in die Rüstung gesteckt und quasi im Wochentakt brechen die Herrschenden Kriege vom Zaun.
Obwohl es so viele Möglichkeiten gab in der Geschichte, das Blatt ein für alle mal zu wenden – weg von Krieg, weg von der Aufrüstung, weg von Militarisierung- der Funke ist nie übergesprungen – der Tod ist halt doch ein Meister aus Deutschland.
Krieg und Kapitalismus, ein eng verknüpftes Trauerspiel.
Wir tauchen ein in das Rüstungs Auf und Ab der letzten 150 Jahre und erzählen diesmal die Geschichte eines der unangenehmsten Unternehmen: Rheinmetall, einer der größten Waffenexporteure der Welt.
Kaum ein Krieg wurde in der Welt in den letzten hundert Jahren nicht mit Waffen von Rheinmetall ausgestattet und versorgt. Trotz Zeit, trotz Rat, Rheinmetall war immer am Start. Und gerade jetzt ist es wieder an vorderster Front dabei.
Doch die, die sich dagegen auflehnen und die sagen: „Nein, zum Krieg!“, die gibt und gab es ebenfalls schon immer.
Ernst Toller formulierte es vor hundert Jahren, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, der verlorenen Revolution von 1918 und den folgenden Jahren so: „Hoppla, wir leben!“ Nachdem dem die Atomwaffen gebaut und Ende des letzten Jahrhunderts eigentlich wieder im Schrank verschwinden sollten, singen wir hundert Jahre später plötzlich zurück:
„Hoppla, wir sterben!“
Über uns
S.K.E.T. – die schnelle kulturelle Eingreiftruppe
„Theater in Bewegung – Bewegung ins Theater“ das ist der Leitspruch unseres Theaters, des Theater X von dem wir ein Teil sind.
Unser Ensemble sieht sich als Teil einer politischen Bewegung von unten und unsere Praxis ist es Theater in politische Bewegungen zu bringen und sie damit künstlerisch zu unterstützen – gleichzeitig wollen wir politische Bewegungen und ihre Themen ins Theater tragen. Unter diesem Motto haben wir seit etwa 20 Jahren in unterschiedlichen Kontexten gespielt – auf der Straße, als Teil von Demonstrationen und Protestcamps und in verschiedenen Theatern.
So waren wir bei den Protesten gegen G8 und G20 dabei, wir haben Performances gegen die Bahnprivatisierung gemacht und die Krise 2008 mit unserem Stück „Nightmare on Wallstreet“ dargestellt. Gegen Gentrifizierung entstand die Detektivgeschichte „Wer ist hier der Kiezkiller?“ und geschichtlich haben wir uns mit der Novemberrevolution und den Folgejahren in der Trilogie „Kabarette die Welt“ auseinandergesetzt. 2021 entstand die Produktion „Echt krank! Who cares!“ in Zusammenarbeit mit Auszubildenden von „Walk of Care“ und der Berliner Krankenhausbewegung.
Unser Werkzeug sind dabei das Living Newspaper, Comictheater, Musiktheater und das Ensemblekabarett.