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Trio Amontillado „Der Rabe und andere Gedichte – ein Abend mit Edgar Allan Poe“

„Der Rabe“ ist wahrscheinlich Edgar Allan Poes bekanntestes Gedicht. Populärer sind meist seine schaurigen Kurzgeschichten. Poe selbst liebte die Lyrik und sah sich zeitweise mehr als Dichter, denn als Schriftsteller. Eine Sammlung seiner besten, romantischsten und schaurig-schönsten Gedichte, kann man in der Waggonhalle in Marburg erleben. Dargeboten wird die oft düstere Lyrik unter dem Motto „Der Rabe und andere Gedichte – ein Abend mit Edgar Allan Poe“, in einer Mischung aus Lesung und Liederabend.

Das Duo Salzbauer fusioniert mit Stefan Briel und wird für dieses Projekt zum „Trio Amontillado“, das mit Piano, Saxophon, Gesang und fesselnder Rezitation der Tiefe der Poe’schen Poesie gerecht werden will. Selten wurden die Essenzen des Lebens, nämlich Liebe und Tod, so voller mystischer Schönheit behandelt, wie in der Lyrik des Edgar Allan Poe. Gänsehaut ist garantiert.

„Mystisch, gespenstisch, spannend, mitunter romantisch, aber stets düster: Edgar Allan Poe ist als Autor und Dichter legendär, seine Werke sind so geheimnisvoll wie das kurze Leben und der tragische Tod mit nur 40 Jahren. Mehrfach sind seine Geschichten vertont worden, aber selten so originell und herausragend wie vom Trio Amontillado.“
(Hinterländer Anzeiger, 11.10.23)

Düstere Dramatik im Schloss
Das Trio Amontillado‘ vertont Gedichte und Geschichten von Edgar Allen Poe / So war die Premiere in Biedenkopf

Von Mark Adel

BIEDENKOPF. Mystisch, gespenstisch, spannend, mitunter romantisch, aber stets düster: Edgar Allan Poe ist als Autor und Dichter legendär, seine Werke sind so geheimnisvoll wie das kurze Leben und der tragische Tod mit nur 40 Jahren. Mehrfach sind seine Geschichten vertont worden, aber selten so originell und herausragend wie vom Trio Amontillado. Im Biedenkopfer Rittersaal feierte „Der Rabe und andere Gedichte“ eine großartige Premiere. Das Trio eröffnete damit zugleich die Veranstaltungsreihe der „Herbstabende“.

Ein Spiel mit virtuosen Klangfarben

Wer das Konzert besuchte, durchschritt den in der Dämmerung liegenden Schlosshof, lief durchs Museum an der Postkutsche vorbei und stieg schließlich über eine knarzende Holztreppe hinauf in den Saal. Schon diese Atmosphäre stimmte auf dunkle Dramatik ein. Silvia Salzbauer (Klavier], Thomas Salzbauer (Saxofon, Synthesizer) und Stefan Briel (Gesang), alle drei in Biedenkopf ansässige, aber weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Künstler, halten das Trio eigens gegründet. Das „Fass Amontillado“ ist Titel einer Kurzgeschichte aus der Feder Poes.
Die Art, wie sie die verschiedenen Stimmungen vertonten und Wiedergaben, spiegelte zugleich die Virtuosität wider. Mal als aufwühlender Sprechgesang, mal voll wütender Dramatik, mal balladesk, in jedem Vortrag mit Stimmungswechseln.

Vieles wirkte, als seien Poes Texte nur dafür geschrieben worden, vertont zu werden. Museumsleiter Andreas W. Vetter erinnerte in seiner Begrüßung an die wahrscheinlich bekannteste musikalische Huldigung: „Tales Of Mystery And Imagination“ des „Alan Parsons Projects“, ein zugegebenermaßen klangvollerer Titel als „Der Rabe und andere Gedichte“ Doch der Name, der täuschte nicht über die große Ausdrucksvielfalt des Trios hinweg. „Annabell Lee“ etwa leitete vom balladesken Liebeslied über zum dramatischen Sturm. Immer wieder leiten Poes Gedichte in eine tiefe, dramatische Verzweiflung.

Publikum fordert stehend eine Zugabe

Das Trio „Amontillado“ spielte mit Klangfarben, vor allem mit Briels variantenreicher Stimme, aber auch Thomas Salzbauers fantastischem Tenorsaxofonspiel, das seinen vollen Klangreichtum im kleinen Raum gar nicht komplett entfalten konnte. Silvia Salzbauer begleitete mit vielfältigem Klavierspiel.
Thomas Salzbauer setzte zudem einen Blaswandler ein, eine Art digitale Klarinette, die Synthesizer-Klänge erzeugt. Damit legte er leichte Streicherteppiche, setzte effektvolle Glockenklänge ebenso wie sphärische Echoeffekte ein.
Poes bekanntestes Gedicht ist „Der Rabe“, das hörspielartig mehr als zehn Minuten lang durch verschiedene Stimmungen führte. Der „Abendstern“ kam als versöhnliche Ballade, romantisch und sanft. Der Lohn waren minutenlange Standing Ovations. Eine Zugabe war eigentlich nicht vorbereitet, das Trio wiederholt dann aber den „Eroberer Wurm“

3. November: Auftritt in der Waggonhalle

Jürgen Meier vom Schloßverein berichtete, dass aufgrund der großen Nachfrage – der 60 Zuschauer fassende Saal war Tage vorher schon ausverkauft – eine zweite Vorstellung geplant ist. Sie soll schon in den nächsten Wochen stattfinden, aktuell läuft die Suche nach einem Termin.
Am 3. November ist das Trio „Amontillado“ in der Marburger Waggonhalle zu Gast. Zum 175. Todestag Edgar Allen Poes im nächsten Jahr ist eine Wiederholung des Programms im Biedenkopfer Schloss geplant, und auch eine Anfrage der Stadt Neunkirchen liegt schon vor. Und es werde sicherlich weitere Auftritte geben, kündigte Stefan Briel gegenüber dieser Redaktion an.

(Hinterländer Anzeiger vom 11.10.2023)

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