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Der Liebhaber (2G+)

Waggonhalle Produktion No. 38

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Zeitlos fesselndes Liebes- und Identitätsdram von Nobelpreisträger Harold Pinter

„Kommt dein Liebhaber heute“? – fragt Richard seine Frau Sarah ganz beiläufig und macht sich für die Arbeit fertig. Sarah bejaht und verabschiedet ihren Mann voller Vorfreude. Damit beginnt ein tiefgründiges, fesselndes und rasantes Drama um zwei Menschen, die sich lieben, die sich brauchen und die einander vieles abfordern.

In schwindelerregend mehrdeutigen und manchmal absurden Dialogen und in überraschenden emotionalen Wendungen stellen und beantworten Richard und Sarah die zeitlosen Fragen nach dem, was Menschen in Liebesbeziehungen einander sein sollen, sein dürfen und sein können. Das Stück kontrastiert bürgerliche Häuslichkeit mit sexueller Sehnsucht.

Eine feinfühlige Inszenierung von Matze Schmidt, die sich auf das konzentriert, auf das es in diesem Stück ankommt:

auf Pinters ebenso dramatischen wie komischen Text, sowie auf die Präsenz, auf das präzise Timing der Darstellenden.

Matze Schmidt führt Regie. Dass er die verschiedensten Genres beherrscht hat er schon lange bewiesen. Ob Shakespeare (Sommernachtstraum), Komödie (Männerhort), preisgekröntes Kammerspiel (Blackbird) oder Spektakel (Ladies’ Night) … auch bei Pinters „Der Liebhaber“ inszeniert hier der Intendant.

Magdalena Kaim gehört nicht umsonst zu den meistbeschäftigten Schauspielerinnen der freien Szene in Mittelhessen. International ausgezeichnet als Hauptdarstellerin in der Webserie „Number of Silence“, verantwortlich für viele Kindertheaterproduktionen, Regisseurin und Organisatorin von Festivals – ihr Können ist immer gefragt.

Dietrich Faber ist Multitalent. Kabarettist (Faberhaft-Guth), Musiker und Verfasser der legendären Bröhmann-Krimis. Während andere Autoren sich bei Lesungen über eine Handvoll Zuhörende im Publikum freuen, füllt Dietrich Faber mühelosganze Hallen. Weil er auch Entertainer ist, ein Darsteller. In „Der Liebhaber“ zeigt er, dass er auch ein richtig guter Schauspieler ist.

Bild: Hasret Sahin, Gerd Sycha

„Faber und Kaim schaffen eine Atmosphäre, in die man eintaucht und die Unterschiede zwischen den Figuren wahrnimmt: im Ehebruch ist alles etwas spielerischer, und man lebt das Leben etwas sinnenfroher, wo die Ehe bei aller Freundlichkeit und Wertschätzung doch schon ein bisschen sediert wirkt (…) Die Darsteller und die Inszenierung schaffen es scheinbar mühelos, die verschiedenen Erzählebenen erst zu zeigen und schließlich miteinander zu verschmelzen, als die Charade zu kippen droht und die absurde Situation ins Defizitäre rutscht – müssen sie jetzt ohne ihre Ehebruchfantasien auskommen? Enormer Beifall.“
(Gießener Allgemeine)

„Schmidt konzentriert sich auf das, worauf es in diesem Stück ankommt – auf Pinters ebenso dramatischen wie auch komischen Text, sowie auf die Präsenz und auf das präzise Timing der Darstellenden, Magdalena Kaim und Dietrich Faber.“
(Oberhessische Presse)

 

Sarah Magdalena Kaim
Richard Dietrich Faber
Regie Matze Schmidt
Regieassistenz Helga Niehaus
Bühnenbild und Ausstattung Daniela Vogt

Giessener Allgemeine (Heiner Schultz) vom 30.12.21

Dietrich Faber als Liebhaber

Ein Mann, eine Frau, ein Ehebruch – eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch was Dietrich Faber und Magdalena Kaim in der Inszenierung von Matze Schmidt aus Harold Pinters »Der Liebhaber« gemacht haben, ist ein außergewöhnliches, anregendes Theaterereignis. Das Premierenpublikum in der Marburger Waggonhalle war jedenfalls schwer begeistert.

Dietrich Faber ist ein Multitalent: Kabarettist, Musiker und Verfasser der Bröhmann-Krimis; Magdalena Kaim gehört zu den meistbeschäftigten Schauspielerinnen der freien Szene in Mittelhessen. Für den Gießener war es neu, im Rahmen eines Dramas auf der Waggonhallen-Bühne zu stehen, für Regisseur und Intendant Schmidt wie für Kaim war es nicht ungewöhnlich.

Ungewöhnlich ist allerdings die Geschichte von »Der Liebhaber«, in der Sarah (Kaim) und Richard (Faber) einen ganz gewöhnlichen Morgen beginnen: Er muss ins Büro, sie hat Besseres vor. »Kommt heute wieder dein Liebhaber?«, fragt Richard freundlich seine Frau, und sie sagt völlig unbefangen »Ja«.
Man sieht ein glückliches Paar mit besonderer Vereinbarung. Es stellt sich heraus, dass Ehefrau und Liebhaber dieselben Personen sind, man erlebt sie nur in einer ganz anderen Beziehung.

Patentlösung für verschlissene Ehen?

Wieder zu Hause, sprechen sie ganz unbefangen über das Erlebte und man begreift, dass hier zwei Leute eine sehr ungewöhnliche Beziehung leben. Neugierig betrachtet man, wie Faber, den man aus vielen Bühnenerscheinungen kennt, diese Rolle spielt, doch man erkennt den vertrauten Komödianten nicht, außer in ein paar Momenten. Magdalena Kaim gibt die ganz normale Ehefrau, sie ist völlig glaubwürdig und bringt die Nuancen des Stücks exzellent zur Geltung. Vor allem lassen die beiden die Spannung gekonnt immer weiter steigen: Das Ganze ist ein Spiel, aber sie müssen doch mal Tacheles reden, und wann?

Da ist man schon tief ins Nachdenken versunken: Ist so ein Pakt womöglich eine Patentlösung für verschlissene Ehen? Die Inszenierung setzt auf Natürlichkeit der Figuren und langsamen Spannungsaufbau, denn irgendwann muss das ja schiefgehen. Oder nicht? Faber und Kaim schaffen eine Atmosphäre, in die man eintaucht und die Unterschiede zwischen den Figuren wahrnimmt: im Ehebruch ist alles etwas spielerischer, und man lebt das Leben etwas sinnenfroher, wo die Ehe bei aller Freundlichkeit und Wertschätzung doch schon ein bisschen sediert wirkt.

In der Ausstattung von Daniela Vogt, die einfach abstrakte Linien als Wände vorgibt, geben nur ein paar Likörgläser und die Möbel geringfügig Aufschluss über eine gedachte Zeit des Erlebens, ansonsten lenkt nichts vom Thema ab: zwei Menschen und die Art und Weise, wie sie miteinander auskommen.
Die Darsteller und die Inszenierung schaffen es scheinbar mühelos, die verschiedenen Erzählebenen erst zu zeigen und schließlich miteinander zu verschmelzen, als die Charade zu kippen droht und die absurde Situation ins Defizitäre rutscht – müssen sie jetzt ohne ihre Ehebruchfantasien auskommen? Enormer Beifall.

Oberhessische Presse (Elvira Rübeling) vom 30.12.21

Wenn „Liebhaber“ an ihre Grenzen stoßen

Matze Schmidt gelingt feinfühlige Inszenierung / Weitere Aufführungen in der Waggonhalle heute und an Silvester

Marburg. Vor kurzem feierte das Stück „Der Liebhaber“ von Nobelpreisträger Harold Pinter in der Waggonhalle Premiere. Die feinfühlige Inszenierung von Intendant Matze Schmidt ist noch am Donnerstag, 30. Dezember, ab 20 Uhr, und an Silvester ab 18 Uhr zu sehen. Weitere Aufführungen des zeitlos fesselnden Liebes- und Identitätsdramas sollen im Januar folgen.

Schmidt konzentriert sich auf das, worauf es in diesem Stück ankommt – auf Pinters ebenso dramatischen wie auch komischen Text, sowie auf die Präsenz und auf das präzise Timing der Darstellenden, Magdalena Kaim und Dietrich Faber.
„Kommt dein Liebhaber heute“? – fragt Richard (Dietrich Faber) seine Frau Sarah (Magdalena Kaim) ganz beiläufig und macht sich für die Arbeit fertig. Sarah bejaht und verabschiedet ihren Mann voller Vorfreude. Sie erwartet nämlich ihren Liebhaber.

Das geschieht nicht nur im gegenseitigen Einvernehmen, sondern in einer für das Ehepaar üblichen „Offenheit um jeden Preis“. Da lässt auch Richard wissen, dass er anstatt einer festen außerehelichen Liebesbeziehung Kontakt zu Huren bevorzugt. Bevor er geht, versichert er ihr, nicht früher als gewohnt nach Hause zu kommen. Denn die Treffen seiner Frau mit ihrem Liebhaber finden immer in ihrem gemeinsamen Zuhause statt.

Den ebenfalls verheirateten Liebhaber, mit dem Sarah regelmäßig ihre sexuellen Wünsche auslebt, plagt aber inzwischen sein schlechtes Gewissen, das er gegenüber seiner Frau und seinen Kindern entwickelt hat. Er beendet nach dem letzten nachmittäglichen Treffen sein Verhältnis mit Sarah.

Auch Ehemann Richard eröffnet Sarah am Abend nach dem Nachhausekommen, „dass Schluss sein muss mit den Exzessen und der außerehelichen Lust“, weil sie auch für ihn unerträglich geworden sind. In dem tiefgründigen, fesselnden und rasanten Drama geht es um zwei Menschen, die sich lieben, die sich brauchen und die einander vieles abfordern. In schwindelerregend mehrdeutigen und manchmal absurden Dialogen und in überraschenden emotionalen Wendungen stellen und beantworten Richard und Sarah die zeitlosen Fragen nach dem, was Menschen in Liebesbeziehungen einander sein sollen, dürfen und können. Das Stück kontrastiert bürgerliche Häuslichkeit mit sexueller Sehnsucht.

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Der Gutschein ist einlösbar für Veranstaltungen in der Waggonhalle Marburg und für Speisen und Getränke in der Gaststätte Rotkehlchen.

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