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FAUST – Der Tragödie erster Teil

von Johann Wolfgang von Goethe
Ein Mann mit rotem Anzug und schwarzer Sonnernbrille tanzt rechts im Bild. Lnks sitzen zwei Frauen und zwei Männer.
Eine Frau filmt sich mit dem Handy. Sie hat ein gelbes T-Shirt und einen rosa Rock an. Links ein Ringlicht wie ihn Influencer benutzen.
Zwei Männerköpfe im Profil. Der linke hat ein schmales Gesicht und graue, gewellte Haare. Stoischer Gesichtsausdruck. Der rechte Mann hat schwarze, längere Haare. Er scheint den anderen laut anzusprechen.

Zum Inhalt
Faust, in einer Sinnkrise, deprimiert und vom Leben gelangweilt, verspricht Mephisto seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, ihn von seiner Unzufriedenheit zu befreien und neuen Schwung in sein Leben zu bringen. „Topp, die Wette gilt“. Mephisto nutzt die Gelegenheit und besiegelt den Pakt mit Blut. Wie mit Gott vereinbart, versucht er Faust vom rechten Weg abzubringen. Er eilt mit ihm von Event zu Event, von Auerbachs Keller zur Hexenküche und lässt ihn dort in einen jungen Mann zurückverwandeln. Er zeigt ihm im Spiegel das Bild einer jungen Frau in die sich Faust sofort verliebt. Mephisto führt mit Marthens Hilfe die Bekanntschaft herbei und Faust überhäuft sie mit Geschenken, Schmuck, Kleidung. Gretchen lässt sich verführen, ist geblendet von Habitus und Auftreten Fausts. Dieser hat keine Skrupel. Um eine Nacht mit ihr verbringen, besorgt Mephisto Faust einen Schlaftunk für die Mutter. Daran stirbt sie und Gretchen wird schwanger – Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Zum Autor
In Marburg sind die Fakten zu Goethes Leben und seinen Werken als bekannt vorauszusetzen.

Zur Inszenierung
Es beginnt mit einer Wette zwischen Gott und dem Teufel – Nur ein Spiel. Der Einsatz ist die Seele. Wofür verwetten wir heute unsere Seelen? Gier, Konsum, Rausch, Macht, ewige Jugend, Clicks auf Instagramm und TikTok? Wir greifen den Spielgedanken auf und geben der Geschichte einen heutigen Rahmen. Faust als schöngeistiger, Intellektueller und Modeschöpfer, der den Zenit seiner Karriere überschritten hat, ein moderner Großstädter, erfolgreich, getrieben, erschöpft von der eigenen Rastlosigkeit. Einer, der alles weiß und doch nicht weiß, wofür. Er sucht Hilfe bei Mephisto, eilt mit ihm von Event zu Event, von der Vernissage in Auerbachs Keller, zur lustvolllen Drogenküche der Hexe. Dort wird er verjüngt, doch die äußere Verwandlung bedingt auch eine moralische. Er unterwirft sich den modernen Markbedingungen und wird zum Produzenten von Fast Fashion.

Dabei zieht er skrupellos Gretchen, die noch an ein Zukunft der Gesellschaft glaubt mit in den Abgrund. In der Walpurgisnacht tanzt die Finanzwelt um den goldenen „Bocken“ und feiern orgiastisch ihre Erfolge orgiastischen Tanz ums goldene Kalb der Finanzwelt. Die existenzielle Unruhe, die Goethe seiner Figur eingeschrieben hat, erscheint hier als Signatur einer Gesellschaft, die von Beschleunigung lebt und vom Innehalten nichts wissen will. So entsteht ein Spannungsraum zwischen Macht und Moral, Begehren und Verantwortung.

Zu Bühnenbild und Ausstattung
Das Bühnenbild greift die Idee des „Spiels“ auf und besteht aus überdimensionalen Bauklötzen. Wie Kinder bauen und zerstören die Protagonisten immer wieder ihre Welt. Zu Beginn bekommt jede Spielerin und jeder Spieler wie in einem Rollenspiel seine Rolle zugewiesen. Die Musik nimmt Bezug auf den Spielcharakter durch unterschiedliche Tetris-Klänge, klare Grundfarben unterstreichen ihn.

Inszenierung: Carola Moritz
Bühnenbild und Design: Friedrich-Wilhelm Gärtner
Spiel: Sabrina Faber, Jürgen Knittl, Leonard Schärf, Christoph Gérard Stein, Miriam Zeller
Fotografie: Andreas Kemler

Eintritt: Schulgruppen 14 Euro (inkl. Gebühren)
Stückdauer: ca. 2 ½ Stunden mit Pause

 

Bevorstehende Veranstaltungen

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