Die Nutzung des Parkhauses an der Waggonhalle ist kostenpflichtig • Für unsere Gäste rabattieren wir die ersten beiden Stunden (3 Euro). Sie können jedoch auch alternativ die Parkplätze der Käthe-Kollwitz-Schule täglich ab 14:00 Uhr kostenfrei nutzen.

CHANGE!?

Waggonhalle Produktion No. 43

EU-Projekt „We can Change the World“

CHANGE!?

Zeit, unliebsame Gäste rauszuschmeißen und sich zu erholen. könnte die großzügige Gastgeberin sagen. Meine Wunden zu lecken. Damit die Wälder nachwachsen, die gerodet wurden. Meine Narben im Gestein zu heilen, ganz zerfurcht durch die Gier nach Erz und Kohle. Damit die Meere gesund werden, silbrigen Fischen Platz bieten, wo es heute so still geworden ist wie in einem tiefen Grab. Es ist nicht fünf vor zwölf ihr Menschen, eure Uhren gehen nach. Es ist Viertel vor eins und ihr habt meinen Langmut arg strapaziert. Aber… wenn ihr euch SOFORT besser benehmt und zwar alle zusammen, dann bekommt ihr nochmal eine Chance. …Vielleicht.

Denn ganz sicher bin ich mir nicht. Schaut euch doch um, wie ihr in den vergangenen Jahrhunderten hier gehaust habt. So könnte eine leidenschaftlich traurige, wilde und liebevolle Rede beginnen, wenn die Erde sprechen würde, dieser wunderbare Planet, der uns beherbergt.
Eigentlich sind wir hier zu Gast, kamen auf die Welt um unsere Zeit zu leben. Ein paar Jahrzehnte, manchmal mehr, manchmal weniger. Und dann wieder gehen. Sternenstaub.

Die Erde bleibt auch mit dem Erbe, das wir hinterlassen. Manchmal sind das Erinnerungen, Skulpturen, Gesänge, Gedichte, gute Gedanken oder Erfindungen.

Viele der Spuren jedoch haben massive Verwüstungen hinterlassen… Denn immer unverschämter wurde der Homo Sapiens im Laufe der Jahrtausende. Unsere Spezies hat sich ausgebreitet ohne Rücksicht auf Verluste. Hat die Welt aufgeteilt und verkauft, an wen eigentlich? Und wem gehört sie denn jetzt?

Die Menschen haben die Erde so benutzt und ausgebeutet, dass sie begonnen hat, sich zu wehren. Heute wird das Klimawandel genannt, Schrumpfen der Artenvielfalt, Umweltzerstörung oder Waldsterben… Diese Hinterlassenschaften sind kein gutes Andenken, sondern ein verheerender ökologischer Fußabdruck.

 

CHANGE!?

Den Stein der Weisen haben Philosoph*innen und Erfinder*innen vor 500 Jahren gesucht, aber bis heute nicht gefunden. Noch immer kann aus Feuer, Wasser, Erde und Luft kein Gold gezaubert werden, noch immer sind wir sterblich. Das wird auch so bleiben, denn beides gehört dazu: die vier Elemente ebenso wie Geburt und Tod. Kommen, Da-Sein und wieder Gehen sind die wirklichen Wunder jeden gelebten Lebens.

Auch wir suchen – über drei europäische Grenzen hinweg. Nach Gemeinsamkeit und Wärme. Nach Respekt für den Planeten, für einander und alle Wesen die mit uns hier existieren. Mit dem Wunsch nach Berührung und gegenseitiger Inspiration sind wir Kolleg*innen in Tschechien, Italien und hier in Marburg begegnet.

Wir sind auf die Walz gegangen, haben unser diverses Handwerkszeug voreinander ausgebreitet und zusammengearbeitet. Mit unseren Mitteln des Ausdrucks – Theater in Wort und Musik, Tanz und Bewegung.

Wir haben uns gegenseitig eingeladen, unseren Flüssen zu lauschen, an Moldau, Ticino oder Lahn gesessen. Neue Speisen probiert oder Methoden, Düfte zwischen Prag, Marburg und Abbiategrasso gerochen. Und zusammen gesungen, geredet mit Hand, Fuß und Zunge. Endlos. Gelacht, auch geweint.

Es ist weiterhin eine internationale Suche mit Neugier nach unseren Wurzeln. Und der Erkenntnis, dass die Sorge über den Zustand der Welt uns verbindet.

CHANGE!?

Mit drei diversen Produktionen möchten wir unseren Zuschauer:innen anbieten, über abgestoßene Tellerränder hinweg zu schauen und durch graue Wolken hindurch azurblaue Freiheit zu entdecken. Gemeinsam.
Und ja, vielleicht können wir noch etwas heilen, zumindest eine kleine Zuversicht geben, das wäre wunderbar.

Sie sind herzlich einladen die Ergebnisse unserer Experimente zu erleben.

Weitere Vorstellungen des EU-Projektes „We can Change the World“ in der Waggonhalle:

Geisslers Hofcomoedianten – „The Alchemists“

https://www.waggonhalle.de/event/geisslers-hofcomoedianten-the-alchemists/

Grußwort des Schirmherren Stadtrat Dr. Michael Kopatz

Können wir die Welt retten? Ja, wenn „wir“ genug sind.

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass in einer Gesellschaft weitgehende Reformen möglich sind, wenn sich mindestens drei Prozent der Gesellschaft engagieren. Politikwissenschaftler sprechen von der „kritischen Masse.“ Es ist also nicht unbedingt notwendig, dass eine breite Mehrheit den Wandel einfordert. Heißt: Auf Dich kommt es an!

Dass sich mehr als drei Prozent der Gesellschaft für eine gemeinsames Projekt oder Ziel engagieren, ist eher selten. Doch wenn es geschieht, wie etwa bei der FFF-Bewegung, können sich Blockaden und Widerstände innerhalb von einigen Monaten auflösen.
Der Freitagsbewegung ist es quasi über Nacht gelungen, dass die damalige Bundesregierung ihre Klimapäckchen grundlegend überarbeitet und zu einem Paket weiterentwickelt hat. Viele Spitzenpolitiker waren erschrocken über den Zuspruch der Grünen. Schnell brachten sie alle in Position. Markus Söder, umarmte plötzlich Bäume und fand Klimaschutz wahnsinnig wichtig.
Anders gesagt: Die Bewegung, angezettelt von ganz jungen Menschen, hat mir neuen Mut gemacht, mich zu engagieren. Das war ein Motivationsschub.
Später war die Energiekrise ein weiterer Treiber für die Fortschritte beim Klimaschutz. Immer flankiert und unter Druck gesetzt von Hundertausenden, beständig aktiven Menschen in der Umweltbewegung.

Ich war viele Jahre als Referent zu dem Thema unterwegs. Meist saßen in den Veranstaltungen überwiegend ältere Menschen. Die haben sich über das Desinteresse der Jugend beschwert. Aber, wie wir sehen, so ist es nicht.

Meine zentrale Botschaft an dieser Stelle ist nun folgende:
Engagiert Euch! Denn Veränderungen kommt nicht durch Euren persönlichen Verzicht auf Fleisch und Flüge in Gang, sondern, indem Menschen eine Veränderung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen einfordern. Strukturen in diesem Sinne sind Verhältnisse, die wir zunächst einmal schlichtweg akzeptieren müssen. Wenn in der Mensa kein vegetarisches Gericht angeboten wird, muss ich das erstmal akzeptieren.
Wer sich etwas anderes wünscht, kann entweder hoffen, dass das irgendwann einmal von allein geschieht. Oder man versucht, am besten zusammen mit anderen, den Mensachef davon zu überzeugen, die Wochenkarte zu reformieren. Zusammen mit anderen Studierenden und vielleicht der Uni-Präsidentin oder anderen wichtigen Akteuren, bekommt man die Köche vielleicht dazu, ihre Pläne und Rezepte zu ändern.
So geht Wandel im Kleinen und im letztlich auch im Großen. Wenn ich aus Protest nicht mehr in die Mensa gehe, oder die Umstände einfach akzeptiere, ändert sich nichts.
Es ist daher in meinen Augen ganz entscheidend, dass auch junge Menschen ihre Möglichkeiten sehen, die Verhältnisse und Strukturen zu verändern und auch Teil einer Bewegung zu sein.

Gewiss, es gelingt nicht alles und schon gar nicht schnell, was man sich vornimmt. Einen Mensaplan zu ändern ist leichter als ein Bundesgesetz zu ändern.
Denken wir an die unsägliche Straßenverkehrsordnung, die einzig auf gedeihliche Rahmenbedingungen für den Autoverkehr ausgelegt ist.
Wenn es um große bundespolitische Stelleschrauben geht, braucht es viele andere gesellschaftliche Gruppen, die Dein Ziel teilen. Und selbst dann, ändert sich die Welt oft nur langsam. Manchmal so unmerklich, dass man meint, es passiert fast nichts.
Doch über Jahre und Jahrzehnte hat sich gezeigt, Veränderung ist möglich und sie findet statt. In meiner Jugend waren Menschen, die sich eine Solarstromanlage aufs Dach gepackt haben, noch grüne Freaks. Heute ist das der Normalfall. Weil sich Menschen dafür stark gemacht haben und zwar auf allen Ebenen. Von der Graswurzelinitiative bis zum Bundespolitiker. Reformer gibt es überall.

Und wenn es doch nicht so läuft wie erhofft? Wenn die große Politik gerade ganz anderes in Kopf hat? Dann hast Du es immerhin versucht! Ich finde, das fühlt sich wesentlich besser an, als nur zu jammern.

Dr. Michael Kopatz
Stadtrat für Klimastrukturwandel, Bauen, Stadtplanung und Mobilität
Dezernat IV
Markt 1
35037 Marburg

Bild: Angela von Brill

We can Change the World

Das EU-Projekt We can Change the World bietet einen künstlerischen Blickwinkel, um die wichtigen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen, insbesondere in Bezug auf Umweltfragen und soziale Eingliederung. Durch interkulturellen Austausch und Theaterkunst werden neue Ansätze, die wir als neue „Leitlinien“ bezeichnen, zu den Themen definiert, die zu einer Sensibilisierung des Publikums und der daraus folgenden Bereitschaft führen sollen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, damit sich Dinge ändern.

We can Change the World ist ein Aufruf zum Handeln, der das Bewusstsein und den Blick der Menschen schärft für die Themen der Zeit: Integration und Umwelt. Durch den kulturübergreifenden Wissensaustausch wollen wir den Menschen bewusst machen, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind, in der jeder Einzelne von wesentlicher Bedeutung ist und dazu aufgerufen ist, eine aktive Rolle zu spielen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Die entstehende Gemeinschaft von Menschen soll dazu gebracht werden, darüber nachzudenken, dass wir in diesem vernetzten System alle mit der Erde, der Quelle des Lebens und der Lebensgrundlage, verbunden sind und deshalb dazu aufgerufen sind, sie zu schützen und zu erhalten. Um dies zu erreichen, wird die Theaterkunst genutzt, die dank ihrer vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten alle anspricht und für alle leicht zugänglich ist. Daher sieht der künstlerische Vorschlag die Schaffung von drei Theateraufführungen im Jahr 2024 vor, die das Ergebnis eines Austauschs von Ideen und Visionen sind, der im Rahmen von Workshops und gemeinsamen Erfahrungen im Jahr 2023 und 2024 entstanden ist. Die den geplanten Aufführungen zugrunde liegenden Themen und Modi sind darauf ausgerichtet, das Bewusstsein für Inklusion und Respekt für die Umwelt bei allen Theaterakteur*innen, von den Künstler*innen bis zum Publikum, zu evozieren. So wird beispielsweise eine der Aufführungen dem Thema Alchemie als Mittel zur Rettung der Welt gewidmet sein, in einer anderen Produktion wird LIS (Gebärdensprache) verwendet und die dritte Produktion thematisiert die (Klima-) Veränderungen der Umwelt am Beispiel des Wald (-sterben).

Die Partner

An dem Projekt sind drei in drei verschiedenen europäischen Ländern tätige Theaterorganisationen direkt beteiligt:

  • Centro Teatro dei Navigli (Abbiategrasso, Italien, Projektleiter)

Theaterproduktions-, Organisations- und Ausbildungszentrum. Erstellt und vertreibt im ganzen Land Aufführungen aus eigener Produktion und in Koproduktion mit verschiedenen Theatern, von Prosa bis zum Kindertheater, von Aufführungen mit großer visueller Wirkung in der Stadt bis zum klassischen Theater.

http://www.teatrodeinavigli.com | Projektkoordinator: Luca Cairati

  • Geisslers Hofcomoedianten (Prag, Tschechische Republik)

Etabliertes unabhängiges Theaterensemble, das alte Traditionen mit zeitgenössischem Live-Theater verbindet. Inspiriert von der barocken Kultur, bietet das Improvisationstheater der Gruppe eine Mischung aus Altem und Neuem, Poetischem und Anspruchslosem, Tragischem und Komischem, Drama, Musik, Puppenspiel und Tanz.

http://www.geisslers.cz | Projektkoordinatorin Katerina Bohadlova

  • Waggonhalle Kulturzentrum (Marburg, Deutschland)

Soziokulturelles Zentrum, das hochkarätige Kulturveranstaltungen anbietet. Das Programm umfasst Eigen- und Gasttheaterproduktionen sowie ein breites Spektrum an Veranstaltungen, von Lesungen über Konzerte, Varieté, Musicals und Theaterstücke bis hin zu Ausstellungen.

http://www.waggonhalle.de | Projektkoordinatorin Bärbel Kandziora

 

Bärbel Kandziora

Die Commedia dell‘arte, eine Theaterform aus der Renaissance, führten Bärbel Kandziora, Katerina Bohadlova (Prag), und Luca Cairati (Abbiategrasso bei Milano) schon vor vielen Jahren über ein EU-Projekt zusammen. Sie blieben in regem Austausch und so entstand 2022 der Wunsch zu einer erneuten Kooperation in Form eines internationalen Theaterprojekts.

Mit der Waggonhalle hat Bärbel, die in Hatzfeld lebt, dann die passende Institution gefunden, um solch ein Projekt zu beantragen und durchzuführen. Sie ist schon seit vielen Jahren professionell als Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Dozentin im Theater- und Circusbereich unterwegs.

Dabei arbeitet sie sowohl mit Kindern, als auch Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Amateur- und Profibereich.

„We can Change the World“ ist mittlerweile ihr 6. Internationales Theater-Austauschprojekt, welches sie mitorganisiert und umsetzt.

Parallel zu diesem EU-Projekt inszeniert sie zur Zeit an den Freilichtbühnen in Hallenberg und Herdringen jeweils das Familientheaterstück.

Außerdem leitet sie Teambuildings, gibt Bildungsurlaube z.B. zum Thema „Mit Humor Stress und BurnOut begegnen“, unterrichtet Kindercircus und schreibt Theaterstücke, die beim Deutschen Theaterverlag zu finden sind… ja, sie liebt die Abwechslung!


Klaus Huhle

Ich bin 68 Jahre alt
Solange ich denken kann, ist Zerstörung ein Teil meines Alltags
Ich habe schon als Kind, aber vor allem als Jugendlicher verstanden, dass mein Vater an der Zerstörung anderer Länder und ihrer BewohnerInnen im 2.Weltkrieg beteiligt war
Zerstörung, Traumatisierung, Verdrängung…………
Ich hatte das große Glück, danach in einer Zeit leben zu dürfen, in der der Protest gegen Aufrüstung und Zerstörung (Vietnam, Atomkraft, Automobilindustrie, Luftfahrt uvm.) große Resonanz in der Bevölkerung gefunden hatte
Teil einer aktiven Bewegung zu sein war Alltag und Genuß

Es gab immer wieder die kühne Idee, wir drehen das Blatt
Die Idee und den Geruch von einer wirklich freien und selbstorganisierten Welt, einer kleinen Welt in der Großen, die große Welt war für mich nicht denkbar, sie blieb Horror
Viele Jahre meines Lebens habe ich in solchen Projekten verbracht
Die Waggonhalle habe ich in dieser Zeit auch kennengelernt

Tausende waren jahrelang im Kampf gegen Startbahn West, Atomkraftwerke, Gorleben und und und…. im Wald, in Gefängnissen und in den Städten unterwegs
Parlamente waren für uns keine Hoffnung, unsere Kollektive und Lebensgemeinschaften waren das viel mehr

Zu spüren, dass es wieder eine neue junge Bewegung gibt, die all diese gemachten Mechanismen der Zerstörung bemerkt, kritisiert und bekämpft ist wunderbar
Der Dannenröder Forst ist ein Beispiel dafür
Protest und Selbstorganisation wird wieder ein Teil des Alltags, kein Hobby, keine kurze Laune, sondern eine Neugier auf etwas Besseres

Der enorm gestiegene Wohlstand vor allem in Westeuropa und die weltweite Ausbeutung hat dazu geführt, dass eine deftige Klimasituation entstanden ist, die unseren Planeten innerhalb von 70 Jahren zerstört hat und weiter zerstört
Die Fluchtbewegung ist erst am Anfang und keine faschistische Idee wird sie aufhalten
Bisher ist noch jede Burg eingenommen worden, jede Festung, die es gab
Solidarität für eine Welt ohne Ausbeutung ist besser als Krieg

Ständig entstehen gute Ideen für eine solidarische Entwicklung
ohne Zerstörung, ohne fast fashion, ohne Öl, ohne Gas und ohne Plastik

Die bis heute regierenden Einzelinteressen der reichsten 10% der Weltbevölkerung und deren Großindustrie dürfen uns nicht länger den Boden unter den Füßen wegziehen

Völlig absurd, sich von konservativen, populistischen und destruktiven Ideen aufhalten zu lassen…….sonst wird es heiß, viel heißer, unerträglich
Es gibt viel zu tun, neues Denken ist notwendig und gut für die Seele


Karen Rémy

Karen Rémy ist 1984 in Frankreich geboren und lebt aktuell in Deutschland.
Sie forscht und kreiert seit 2004 in den Bereichen physisches Theater (Lecoq Paris), ortsspezifische Performance, Butoh-Tanz, Kontakt Improvisation, ganzheitlicher Heilung von Körper, Geist und Seele, sowie Meditation, Bewusstsein, Sinnlichkeit, Ritual, östlicher und westlicher Metaphysik.

Sie ist Tänzerin, Schauspielerin, Muse, Mentorin, Mystikerin, Naturkind, Mutter, Heilerin, zertifiziert in Holistischem Heilen, Rückführungsbegleitung, Shiatsu, Embodicode® Mentoring & Meditationsführung & immerwährende leidenschaftliche Schülerin der Mysterien des Lebens…

All diese Bereiche verschmelzen in SOUL AIM – Arts in Movement. Die von AIM verwendeten Medien sind ortsspezifische Live-Performances, performance basierte Videoarbeiten sowie von der Natur inspirierte Skulpturen und Bühnenbilder.

Als freischaffende multidisziplinäre Künstlerin pflegt sie langjährige Kollaborationen mit zwei der größten deutschen Theater im öffentlichen Raum: antagon theaterAKTion (2004 – 2018) & Theater ANU (seit 2010) die Ensembleproduktionen tourten erfolgreich mit Gastspielen in Deutschland, Europa, Asien, Orient und Zentralafrika.
Darüber hinaus war sie mehrere Jahre freiberuflich als Teil des kreativen Kuratoriums und Produktionsteams der „Sommerwerft – internationales Theaterfestival am Fluss“ und des „IFTF – Internationales Frauen* Theaterfestival Frankfurt“ tätig.
Durch diese Festivals steht sie in Kontakt mit „The Magdalena Project – internationales Netzwerk von Frauen im zeitgenössischen Theater“.
(Foto: Melinda Kuehn)


Leila Haas

Leila Haas kam 1957 zur Welt.
Schon während wichtiger Zeiten in ihrem Leben, etwa dem 10jährigen Schaffen als Gärtnerin, begann ihre vielfältige Ausbildungszeit in Tanz, Musik und Theater.

Eine Basis war die Theatermethode nach Grotowski und Commedia dell´Arte mit Alessandro Marchetti u.a. Im Tanz liegt bis heute ihr Schwerpunkt in der freien Improvisation, im Butoh und der Begegnung mit diversen LehrerInnen. Kazuo Ohno oder Mitsutaka Ishi u.a. Bei Sandhya Desai nahm sie Kathakunterricht in Indien. Seit langem ist sie im Training von Ute Bühler, Chladek System.
Gesang hat sie bei Lore Meyer-Esche, Ida Kelarova, Nasrin Porhosseini u.a. gelernt.
Seit ´92 ist sie im freien Theaterbereich als Regisseurin und Performerin aktiv.

Und als Theaterpädagogin für Menschen in jedem Lebensabschnitt und jeder Herkunft, 10 Jahre davon mit Psychiatrieerfahrenen. Die beiden Schwerpunkte Vielsprachigkeit, Abschied und Tod sind immer wieder zentrale Themen in Leila Haas Arbeit.
So WellenReiten, 1999 oder in Bu yürek-Testament, 2002 erarbeitet in der Türkei.

Mit Klaus Huhle verbindet Leila Haas über drei Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit in soziokulturellen Projekten und die Freude an der Gratwanderung zwischen kreativem Ausdruck und sozialpolitischem Engagement. Gemeinsame Produktionen waren u.A. Rheingauer Georg Büchner Projekt, ´98, Zeit zu bleiben, 2008/9, Kaspars Enkel 2010,
Don Quijote darf nicht Scheitern 2011/12/13

Heute ist sie Kulturschaffende, Abschiedsrednerin, Performerin, Erzählerin…
Freundin, Schwester, Tochter, Tante & Nachbarin, Frau.


Stefanie Schleich

Ausbildung in Tanzpädagogik, Choreografie Performance an der Tanzzentrale Leipzig. Master in Psychologie. Mutter von drei Kindern und Kulturschaffende, die im Tanz und der Kreativität eine wunderbare Möglichkeit sieht, gemeinsam Orte zu beleben, an denen Begegnung stattfinden kann- mit sich selbst und miteinander.

Stefanie Schleich

CHANGE!? bewegt in besonderer Weise: Die Klimakrise und deren Folgen sind direkt vor der eigenen Haustür spürbar. Die Fassaden bröckeln- äußerlich und innerlich. Es ist nicht verwunderlich, dass wir eine zunehmend erschöpfte Gesellschaft sind, die aus der Balance geraten zu sein scheint. Eine große Herausforderung in unserer beschleunigten Zeit, in der wir unsere natürlichen Kreisläufe des Lebens und der Natur missachten.

How can we change? Wie können wir für unsere Kinder eine bessere Zukunft schaffen? Fragen, die bewegen… Wie wunderbar ist es, mit diesen Fragen nicht alleine zu sein, einer Gruppe verbunden zu sein, die den Raum ermöglicht authentisch zu hinterfragen, künstlerisch zu experimentieren, sich fallen lassen zu dürfen und getragen zu werden. Ein Patentrezept konnten wir nicht herausarbeiten, die positive Kraft einer kollektiven Gemeinschaft jedoch zeigt die Wirkung der Selbstwirksamkeit, die uns befähigt und ermutigt nach vorne zu blicken und zu handeln.

Karen Rémy

„Schon immer war die Natur mein zu Hause & gab mir eine Zugehörigkeit, die alle meine Sinne ansprach ohne sie zu überfluten. Als Naturkind in Großstädten & durch meine Ausbildungen habe ich gelernt meine Sinne zu schärfen, die Wahrnehmung & Präsenz zu expandieren oder zu fokussieren.

So kann ich meinen Fokus auf die Dinge zu richten, die mir wichtig sind & mich abzugrenzen von Dingen, die für mich schädlich oder nicht förderlich sind. Diese Achtsamkeit und die sinnliche Verbindung zur Natur, mit der Erde, den Pflanzen, Tieren & auch den Menschen ist eine Gabe, die ich immer weiter geschult habe & eine Qualität, die ich in meiner kreativen Arbeit vermittele.

„We can Change the World“ – können wir das? Wir – die Menschheit – haben die Welt in den letzten Jahrhunderten sehr verändert, wir haben sie uns gefügig gemacht, auf dass wir in mehr Sicherheit & Komfort leben können. Doch welchen Preis zahlen wir dafür?

Ich spreche nicht vorrangig von den Veränderungen des Klimas & der Natur. Ich spreche von dieser Überheblichkeit der Menschheit sich als getrennt von der Erde & Natur anzusehen, die uns doch täglich trägt & nährt.

Der Wandel & auch der Klimawandel sind natürliche Prozesse. Wahrscheinlich haben wir ihn in den letzten Jahrhunderten durch unser Verhalten beschleunigt. Wenn wir jedoch die Gesteine der letzten Jahrtausende betrachten, so können wir dort verschiedene Wandlungszyklen entdecken. In den Zyklen wurde die Erde immer wieder von anderen dominanten Wesen belebt, wie zum Beispiel den Dinosauriern. Doch die gibt es nicht mehr. Sie haben sich wohl nicht selbst ausgerottet.

Bei dem Menschen bin ich mir da nicht so sicher. Wenn wir alle so weiter machen und immer mehr wollen, werden wir dann irgendwann unseren eigenen Lebensraum zerstört haben & gar nichts mehr haben? Wann hören wir mit dem mehr, mehr, mehr auf?

In dem „Wir“ liegt eine große Distanz & Anonymität. Wie wär es mit „ich kann die Welt ändern!“? Ich kann es, in dem ich mich, mein Verhalten & meine Einstellung ändere, mich wieder als Ko-kreativen Teil des Ganzen sehe & meinen Konsum bewusst ändere! Denn somit habe ich bereits einen winzigen Teil dieser Erde verändert & somit vielleicht einen viel größeren Stein ins Rollen gebracht… Ich kann das – und Du auch!“

Leila Haas

Mitte der 70er hat der Rhein gestunken wie eine Kloake. Die chemische Industrie leitete ihre Abwässer in den Fluß, Hektoliter von Giften. Der Dreck stank, das Sterben des Flusses stank. Ich war etwa 15 und saß fassungslos am Ufer mit dem toxischen Wasser. Zum ersten Mal habe ich damals um die Erde getrauert. Wollte den geliebten Fluß heilen. Ich gehörte früh als Aktivistin zur Umweltbewegung. Wir haben gekämpft, auf Straßen und Plätzen, mit Worten und Taten. Kleine Siege gab es auch, das war schön, aber selten. Viele Jahre später stank es nicht mehr, Hechte siedelten sich an, sogar der Stör wurde gesehen. Heute schwimme ich manchmal im Rhein, glücklich. Aber wenn ich vom Wasser an die Horizonte schaue, klaffen auf den Taunushängen Lücken, unübersehbar sind ganze Wälder gestorben.

Die massive Umweltzerstörung mit Erderwärmung und allen Folgen ist eine Konsequenz wahnsinniger Gier, nach absurdem Reichtum und steigendem Profit… Wir dachten irgendwann müssen die Grenzen idiotischen doch Wachstums erreicht sein. Aber nein, das geht unbeirrt weiter, hierzulande weniger stinkend, sondern diskreter. Unsichtbar und ungeheuerlich, wie Atomkraft, die allen Ernstes neu diskutiert wird. Als saubere Energie… Fukushima? Tschernobyl? Hiroshima?… Vergessen und verdrängt.

Der Fußabdruck, den ich hinterlasse soll leicht sein, fast unsichtbar.
Für mich geht das nicht, vergessen und wegschauen. Ich sehe die ganze Erde wie eine Mutter. Sie hat mich geboren und bis ich den blauen Planeten wieder verlasse, bin ich hier gern zu Gast. Kommen und Gehen. Dieser Kreislauf ist das einzig Beständige für alles Lebendige. Wälder, Flüsse, Fledermäuse oder Pinguine. Und natürlich die Menschen.

Sie haben ein Gehirn das wunderbare Dinge hervorbrachte wie Kultur und Philosophie. Gefährliche Mitglieder unserer Spezies haben jedoch auch die Vernichtung im Gepäck, Diktaturen oder Kriege. Angetrieben von der aberwitzigen Idee, sie wären unendlich beuten sie den Planeten aus ohne Rücksicht auf Verluste. Sie sehen sich als Eroberer und Herrscher über die feindliche Natur, sie muß unterworfen werden. Ebenso wie der grösste Teil der Menschheit bekämpft und benutzt wird. Unsere Erde ist verteilt, verkauft, und verwüstet. Kein Platz mehr frei um zu wandern und zu bleiben.

Im vollen Bewusstsein, wie es um die Erde und ihre Bewohner*innen steht gibt es mir immer wieder Zuversicht mich zu verbinden, mit Gefährt*innen Veränderung zu gestalten. Utopien benennen wie das Andere sein kann, Visionen zeichnen.

CHANGE!? ist ein Angebot selbst wirksam zu werden, ohne fragwürdige Influencer oder brüllende Meinungsmacher. Mit den Ressourcen, die wir haben. Denken und Stimme, unseren Körper. Tanz, Humor, Sabotage, Erfahrung, Wissen … oder Verweigerung. Auf Bühnen, Straßen oder in den Wäldern. Kleine Schritte, aber doch aus vielen Richtungen. Immerhin könnten unsere Vorschläge auf fruchtbaren Boden fallen. Sich vermehren…

We can change. Maybe some fertile little seed will be born. Nothing more, nothing less.

 

 

 

 

 

Gutscheine

Der Gutschein ist einlösbar für Veranstaltungen in der Waggonhalle Marburg und für Speisen und Getränke in der Gaststätte Rotkehlchen.

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