Sound of Diversity – Hip-Hop gibt Raum für eigene Geschichten

Release-Party anlässlich des künstlerisch-partizipatorischen Hip Hop-Ferienworkshops

Siebzehn Jugendliche, elf Songs und eine Woche voller Rap, Austausch und Gemeinschaft – Release-Party in der Waggonhalle

Eine Woche lang wurde im Ferienprojekt „Sounds of Diversity“ im St. Martin-Haus (SMH) geschrieben, gerappt, geprobt, aufgenommen und gemeinsam gearbeitet. Siebzehn Jugendliche haben vom 3.-7. August diesen Jahres zehn eigene Songs sowie einen gemeinsamen Track aufgenommen. Doch im Projekt entstand weit mehr als Musik: Die Jugendlichen entwickelten Texte, probten gemeinsam, standen auf der Bühne und unterstützten sich gegenseitig.

Das Projekt knüpft an eine lange Geschichte der Hip-Hop-Jugendkultur im St. Martin-Haus an. Aljoscha Tischkau war bereits während seines Studiums der Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg als pädagogischer Mitarbeiter im SMH tätig und hat dort die Hip-Hop-Sparte mit aufgebaut. Seitdem hat er zahlreiche Hip-Hop- und Jugendkulturprojekte im SMH umgesetzt. Shalau Baban war vor rund 15 Jahren selbst Teilnehmer im SMH. Nach Stationen im professionellen Tonstudio in Frankfurt und in der pädagogischen Antidiskriminierungsarbeit mit Jugendlichen verbindet er heute im SMH professionelle Musikproduktion mit pädagogischer Jugendarbeit, eine Kombination, die das Projekt in besonderer Weise auszeichnet.

Einige Teilnehmende brachten bereits eigene Texte mit, andere entwickelten während der Woche neue Zeilen. Das Projekt gab Raum, eigene Erfahrungen zu reflektieren und sich auch in Unsicherheiten auszuprobieren. Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen konnten dabei über die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität einen Raum bekommen. Vor allem ging es darum, Jugendliche in ihrem eigenen Ausdruck zu bestärken und ihre unterschiedlichen Talente sichtbar zu machen.

Für einige hatte die gemeinsame Geschichte bereits vor der Ferienwoche begonnen: Bei einem gemeinsamen Auftritt bei einem Stadtteilfest in Flensburg standen die Jugendlichen erstmals gemeinsam auf der Bühne. Die Erfahrung brachte sie näher zusammen und bestärkte einige darin, ihre eigenen Songs weiterzuverfolgen und zu veröffentlichen.

An zwei Tagen trafen die Jugendlichen Old Schooler, die die regionale Hip-Hop- und Underground-Szene seit den 1980er-Jahren mitgeprägt haben und teilweise selbst in der Jugendarbeit aktiv waren. In Interviews erzählten sie von den Anfängen der Kultur in der Region aber auch insgesamt in der BRD, von einer Zeit, in der Hip-Hop vor allem selbstorganisiert, gemeinschaftlich und fern von kommerziellen Ambitionen gelebt wurde.

Für die Jugendlichen wurde damit ein Stück regionaler Hip-Hop-Geschichte lebendig und gleichzeitig sichtbar, wie sehr sich die Kultur und ihre Musik seitdem verändert haben. Einige Teilnehmende dokumentierten die Woche außerdem selbst mit der Kamera.

Release am 13. September

Die Songs werden derzeit fertig produziert und gemischt. Anschließend können die Songs online gestreamt werden.

Die Release-Party findet am 13. September 2026 um 14 Uhr in der Waggonhalle Marburg statt. Von 16 bis 18 Uhr geht es im Rotkehlchen weiter, wenn die mittelhessische Hip Hop-Legende DJ SCRASH BUBI (auch bekannt als DJ D-One; Mitglied der einflussreichen Crew Victims of Choice) an den Turntables steht.

Eintritt frei.

Das Projekt wurde von der Waggonhalle Kulturzentrum e.V. in Kooperation mit dem St. Martin-Haus / Caritasverband Marburg e.V. umgesetzt und im Rahmen des Kulturkoffers Hessen sowie von der Stadt Marburg gefördert.

◆ Gutschein

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Einlösbar für alle Veranstaltungen und für Speisen & Getränke im Rotkehlchen.

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