Der Schlaf der Geige
Der Theater-Film „Der Schlaf der Geige“ erzählt die Geschichte von zwei Menschen in der Zeit des Nazi-Faschismus. Weil sie anders waren – er Epileptiker und sie psychisch krank – wurden sie zwangssterilisiert und schließlich in die „Heilanstalt“ Hadamar deportiert und dort als „unwertes Leben“ ermordet.
Hannes, Epileptiker, lebt in der Familie seines Bruders auf dem Dorf, wo er als Hilfsgärtner arbeitet. Die Verwandten sorgen für ihn mit, bis er durch die „Euthanasie“-Ideologie der Nationalsozialisten aus seiner Welt herausgerissen wird. Maja leidet an einer Persönlichkeitsstörung. Seit ihrer Kindheit spielt sie Geige, bis ihr dies verboten wird. Beide leben in einer Anstalt und sind für einen Transport in das Vernichtungslager Hadamar vorgesehen. Aus der Situation des Ausgeliefertsein entwickeln sie ihre jeweilige Geschichte, welche sie schicksalhaft zusammenführt. Dabei steht das Grauen zwischen den Zeilen und ist doch ständig präsent und wirkt durch die melancholisch getönte Leichtigkeit umso stärker. Das Erzählen gibt den Ermordeten des faschistischen Rassenwahns Gesicht und Stimme.
Gezeigt wird der in einer Theater-Kulisse entstandene Film, verbunden mit einer Präsentation, welche den historischen Hintergrund der Geschichte beleuchtet. Grundlage des Films ist das erstmals 2011 aufgeführte gleichnamige Theaterstück von Willi Schmidt, der für einen anderen Theater-Film, „Offm Eschbann“, 2025 mit dem Mundartpreis des Landes Hessen ausgezeichnet wurde.
Mitwirkende:
Sarah Schleinitz, Willi Schmidt (Schauspiel und Inszenierung),
Ramin Hakimzade (Film). Fotos: Archiv Theater im Grund
Eintritt auf Spendenbasis