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Liebe Leserinnen und Leser - Juli 2010

Wolf im Schafspelz
Neues vom ersten Haus am Platz


Wolf im Schafspelz Liebe Leserinnen und Leser,

die gute Nachricht zuerst: Die Waggonhalle hat für die Stadt Marburg den Wert von drei Kassenhäuschen. Also, nicht die kompletten Kassenhäuschen, sondern vielmehr die personelle Besetzung derselben. Jedenfalls wenn man bedenkt, dass die Stadt für das Kassenhäuschen des Botanischen Gartens (Lahnberge) 20.000 Euro zuschießt. Das hätten Sie nicht gedacht, was? Jaha, Kassenhäuschen sind ein teurer Spaß! Und wenn man bedenkt, dass die Waggonhalle auch ein Kassenhäuschen hat, merkt man erst, wie teuer die im Vergleich zur Kultur sind. 20.000 Euro für unser Kassenhäuschen und für den kompletten Rest 47.000 Euro. Für alles, also Miete, Nebenkosten, Personal, Verwaltung, Veranstaltungen und das ganze Pipapo. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir nur ein Kassenhäuschen haben. Wir waren uns gar nicht bewusst, wie kostspielig die Dinger sind.

Ob es der Wulff tatsächlich geworden ist? Wissen wir beim Schreiben leider noch nicht. Aber wenn ja, dann könnte man doch wirklich mal überlegen, ob wir mit einer Monarchie nicht besser fahren würden. Profillose Langeweiler könnte man bequem mit der Erbfolge entschuldigen. Man müsste nicht mehr qualvoll in die Tischplatte beißen, wenn man hört, welche Vertreter aus Sport und Kultur uns in der Bundesversammlung vertreten. Und ungelenke Verrenkungen wie Überparteilichkeit müssten bei den Politikkarrieristen auch nicht mehr bemüht werden. Als Dreingabe gibt es stattdessen tolle Hochzeiten und geschmackvoll bedruckte Kaffeetassen. Heja Sverige! Ach ja, vielleicht bekommt Marburg dann endlich wieder einen echten Landgrafen.

Der Film „Super Size Me“ hatte vor allem dem amerikanischen Publikum vor Augen geführt, welche physischen Auswirkungen der tägliche Verzehr von Hamburgern hat. Der Versuch währte 30 Tage. Jetzt legen wir nach. Mit „Super Schnetz Me“ erproben wir, wie viel Geschnetzeltes der menschliche Körper aushalten kann. In einer schon mehrere Monate andauernden Langzeitstudie verzehren die Verfasser täglich einen Teller. Um die Testergebnisse nicht zu verfälschen, gestatten wir uns nur zwei unterschiedliche Varianten dieser Speise (Pute oder Schwein). Während die Gäste der Kneipe Rotkehlchen ausgewogen und abwechslungsreich zu Mittag essen, unterziehen wir uns dieser historisch einmaligen Diät, die ohne die aufopferungsvolle Unterstützung unserer Küche nicht denkbar wäre. Wie glauben, noch vor Weihnachten erste Teilergebnisse veröffentlichen zu können.

In diesem Sinne

Herzlichst
Ihre Leuchtturmwärter

Matze „Traum aller Schwiegermütter“ Schmidt und Nisse „Parteisoldat“ Kreysing

P.S. Was war eigentlich die größere Überraschung? Dass Koch zurückgetreten ist oder dass Stompfe nicht sein Nachfolger wird?