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Liebe Leserinnen und Leser - Juni 2009

Wolf im Schafspelz
Neues vom ersten Haus am Platz


Lieber Herr Stompfe,

das haben Sie gut gemacht. Das mit der Unterzeichnung der Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“, in der steht: “... birgt praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko. (...) klinische Therapeuten ... bezeugen mit ihrer Arbeit, dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist.“

Uns war gar nicht bewusst, dass man den Schwulen so einfach helfen kann, mit der AIDS-Sache und den schrecklichen Depressionen und so. Einfach das Schwulsein wegmachen, toll. Und auch nett, dass da keiner zu gezwungen werden soll, wer lieber krank werden will und dauernd mies gelaunt sein möchte, bitte sehr, soll er doch.

Aber das ist ja noch lange nicht alles. Das geht auch bei anderen. Wir waren neulich Mexikanisch essen, und der Kellner hat uns erzählt, dass er in großer Sorge gewesen sei, weil er als Mexikaner statistisch 1257 mal eher an Schweinegrippe erkranken werde als wir Europäer. Aber ein Therapeut habe ihm helfen können, und nach nur 6 Sitzungen fühle er sich plötzlich sehr dänisch und gar nicht mehr so gefährdet! Das ist doch dufte, oder?

Jetzt aber mal andersrum gefragt. Sie kennen sich doch mit diesen Dingen aus, Herr Stompfe. Wenn sich jetzt herausstellt, dass Schwule seltener an Alzheimer erkranken, reicht es dann, sich erst im Rentenalter umzupolen? Dann können wir vorher brav Kinder in die Welt setzen wegen Rente und so und sind dann erst als Pensionäre depressiv (sind die Opis, die den Kindern immer die Bälle klauen schon länger in Therapie?). Alles ganz schön kompliziert, Herr Stompfe, vielleicht können Sie in ihrem nächsten Manifest Klarheit in die Sache bringen.

In diesem Sinne
Ihre Leuchtturmwärter

Matze „Stößchen“ Schmidt und Nisse „Heititei“ Kreysing

P.S. Wir schlagen weiterhin vor, allen Blonden die Haare braun zu färben, um das Hautkrebsrisiko zu verringern.

P.P.S. Irgendwie bin ich in letzter Zeit nicht so gut drauf. Ich muss mir doch jetzt nicht Sorgen machen, dass ich ... also, Sie wissen schon ... irgendwie schwul werde?