Liebe Leserinnen und Leser - März 2009
Neues vom ersten Haus am Platz
Die Spitzelaffäre macht auch vor der Waggonhalle nicht Halt.
Nach Lidl, Telekom und der Bahn müssen auch wir als bedeutendstes börsennotiertes Kulturzentrum zugeben, unsere Mitarbeiter unrechtmäßig ausgespäht zu haben. In unserem Bemühen, der Korruption hausintern einen Riegel vorzuschieben und Ihre wertvollen Eintrittsgelder zu schützen, sind wir einen Schritt zu weit gegangen. Bei scheinbar zwanglosen Kaffeekränzchen mit Verwandten durchforsteten wir die sportlichen Vorlieben unserer Mitarbeiter und insbesondere deren Kontakte zur Nutzviehwirtschaft.
Doch bei den – datenschutzrechtlich zugegebenermaßen bedenklichen – Recherchen kam Unfassbares ans Licht. So sollen u.a. zwei Angestellte regelmäßigen Kontakt zu Pressevertretern gepflegt und Informationen zur Programmgestaltung weitergegeben haben. Die Befürchtung, Mitarbeiter würden mehr als 90% ihrer Arbeitszeit im studivz und anderen Kontaktforen verbringen hat sich hingegen als unwahr herausgestellt. Es sind nur 75%. Die restlichen 15% entfallen auf Star-Wars-Fanseiten und bling-bling.de.Der Intendant Matze S. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, da er momentan im Vatikan eine Fortbildung in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit leitet.
Wir begrüßen den Vorschlag der hessischen Landesregierung, ein „bad kulturzentrum“ (sprich: bähd kulturzentrum) einzurichten. Angelehnt an das wirtschaftspolitische Konzept der „bad bank“, die auf Staatskosten die faulen Kredite der Banken übernimmt, wird in Marburg in Kürze das Pilotprojekt „bad kulturzentrum“ gestartet. Dieses soll besonders schlechte Veranstaltungen der drei Marburger Kulturzentren auslagern und auf Staatskosten in der Fußgängerzone zur Aufführung bringen.
In diesem Sinne
Ihre Leuchtturmwärter
Matze „Wir-Sind-Schmidt“ Schmidt und Nisse „Pius“ Kreysing
