Chuzpenics



DI CHUZPENICS

Klesmer aus Kiel

 

Lieder über Liebe, Armut und so manchen Tunichtgut, Tänze voll schwelgender Wehmut und schelmischem Übermut: Klesmer-Musik lebt da, wo Menschen sind - im alten jüdischen Zentrum Krakau ebenso wie im Waschsalon nebenan. Die Heimat der Klesmer-Musik war das jüdische Schtetl in Osteuropa. Darum klingen in ihr rumänische Klagelieder, ungarische Wirbeltänze, russische Walzer und polnische Trampelpolkas an. Chuzpe - feinsinnige Dreistigkeit - ist die Würze in dieser Mischung.
Die Liedtexte schöpfen aus allen Facetten des Lebens, sie bringen Alltagssorgen und Sehnsüchte, Albernheiten und rauschhaftes Glück zur Sprache. Und die Musik zeichnet all dies farbig nach: Da wird geschwelgt, gejauchzt und geschwungen, doch zwischendrin darf es auch stolpern oder grübeln.
Zum Repertoire von Di Chuzpenics gehören sowohl instrumentale Klesmer-Musik als auch jiddische Lieder, traditionelle Stücke sowie moderne Kompositionen - alles aber in den typischen farbigen Arrangements des Kieler Quintetts. Oboe, Geige, Akkordeon und Kontrabaß sind rasch ausgepackt und geben sich unverstärkt ein Stelldichein mit dem Lead-Sänger (in diesem Fall eher: Lied-Sänger). Die Klangpalette wird vom mehrstimmigen Gesang ergänzt. Dabei kombiniert sich die Band immer wieder neu, nur eins bleibt gleich: Alle spielen und singen bodenständig unverstärkt.
Und so trifft man Di Chuzpenics munter musizierend, unbekümmert auf Parkett und unter Kronleuchtern oder in eine Sofaecke gequetscht zu später Stunde. So unverfroren locker spielt die Kieler Band seit 1998; seit Anfang 2004 erweitert Jule Schwarz mit ihrer Geige den vielfältigen Sound der Gruppe. Schon 1999 wurde die erste CD (Chuzpe) produziert, die heute vergriffen ist. Vom Nachfolger bejmelech sind noch einige Exemplare erhältlich. Im November 2004 erschien die dritte CD tsulib maschke - diesmal unter dem Berliner Label Silberblick; Andreas Albrecht zeichnet wieder für den hervorragenden und hautnahen Klang der Aufnahme verantwortlich. Jiddische Musik erklingt in ihrer ganzen Bandbreite - ohne Klarinette, aber mit Chuzpe!
Mit: Martin W. Luth - Lead-Gesang, Jule Schwarz - Geige, Gesang, Christine v. Bülow - Oboe, Englischhorn, Gesang, Martin Quetsche - Akkordeon, Gesang, Kay Krügel - Kontrabaß, Gesang

weitere Infos unter CHUZPENICS

Di 04.10.,20 Uhr

Eintritt: 8 | 6 Euro

Waggonhalle