Schnaps & Poesie Theater
Heinrich Heine – Die Nordsee (Erster Zyklus)
Rezitation mit Uli Düwert

Uli Düwert

Heinrich Heine dichtete Die Nordsee im Jahr 1826, 29-jährig, von Göttingen kommend, auf der Insel Norderney, 9 Jahre bevor er, wegen Verbots seiner Publikationen, Deutschland verließ und nach Frankreich emigrierte.

Die verschiedenen Stimmungsbilder des Weltmeeres zu allen Tages- und Nachtzeiten, vom Sturm bis zur Meeresstille, reihen sich zu einer Symphonie expressivster und innerster Gefühle. Erinnerungen an Mythen und Archetypisches der Alten Griechen, der Island-Sagas oder des Unterganges von Rungholt sind spannendes Bildmaterial zur Ausgestaltung des immer wiederkehrenden zentralen Themas der "subversiven Kraft" der Liebe in vielen Facetten: der Liebe zur angebeteten Frau, zur verklärten Kindheit, zur stürmischen Freiheit, zu den Sternen, zum sanften Tod, bis er schließlich im FRIEDEN ein überdimensionales Christusbild entwirft (Heine ließ sich aus wohl eher pragmatischen Gründen protestantisch taufen) als Vision einer durch das Phänomen der Liebe zusammengehaltenen Gesellschaftsordnung.

Dieser in freien Rhythmen gestaltete Gedichtszyklus hat in seinem dramatischen Ablauf und seiner Geschlossenheit und auch in der detailliert gesetzten und ausgefeilten Sprech- und Vortragskunst von Uli Düwert eine unterhaltsam-theatralische Komponente. Romantisch-lyrische Sequenzen wechseln mit vehementen Naturschilderungen und enden zumeist in typisch Heine'scher Ironie.

Eintritt: 10/7 Euro
Mi 22./Do 23.10., 20.30 Uhr

Waggonhalle