Mi 6.8. bis Sa 7.9
4. Marburger Varieté-Sommer
 Csabai Attila Dance Company
Csabai Attila Dance Company

Csabai Attila Dance Company (Ungarn)
Trisex
Vier zeitgenössische Choreographien

Mit der Csabai Dance Company stellt sich eins der innovativsten jungen Ensembles der zeitgenössischen ungarischen Tanzszene in Marburg vor. 1997 praktisch aus dem "Nichts" gegründet, machte sich die Gruppe um Attila Csabai schnell einen Namen. Ihre Premieren sind von einer unverwechselbaren Atmosphäre geprägt und entwickelten über die Jahre geradezu Event-Charakter. Die Produktionen der Csabai Dance Company zeichen sich einerseits durch den individuellen Charakter der einzelnen Stücke aus, die immer wieder unerwartete Neuerungen bieten; andererseits aber auch durch eine unverwechselbare, künstlerische Handschrift, die sich mit der Zeit immer deutlicher ausprägte. In der Waggonhalle zeigt die Csabai Dance Company drei Solostücke und ein Trio:

Józan (Nüchtern)
Choreographie/Tanz: Miriam Friedrich

In Józan begibt sich Miriam Friedrich auf die Suche nach einem Ausgleich von Abstraktion und konkretem Geschehen, nach einer "Zwischenrealität", losgelöst von Zeit und Raum. Anstatt eine Geschichte von Anfang bis Ende zu erzählen, zeigt sie eine Situation, die geschieht und nicht geschieht, etwas, das vor und nach einem Geschehen besteht.

Miriam Friedrich stammt aus Marburg. Sie studierte an der Rotterdamse Dansakademie Modernen Tanz und Improvisation-Komposition. Nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitete sie als Tänzerin, Choreographin und Dozentin in Deutschland, den Niederlanden und Namibia. Seit drei Jahren lebt und arbeitet sie in Budapest. Józan ist ihre erste Soloproduktion und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung ihrer individuellen choreographischen Ausdrucksform. Miriam Friedrich ist seit 2002 Mitglied der Csabai Attila Dance Company.

E. Sch Eroto. Hommage an Egon Schiele
Choreographie/Tanz: Krisztián Gergye

"Unbewegliche Wesen. Ihr Tanzen. Steif-e, krampfhaft-e, knöchern-e Gelüste und Gesten. Das Bild als Code eines Gefühlsaugenblicks. Archetypen menschlichen Seins, eingeschlossen in und herausschauend aus weiblichen und männlichen Körpern. Ihre Ehrlichkeit nicht als Provokation gedacht, sondern als Selbsterkennung." (Krisztián Gergye)

Krisztián Gergye ersetzt in seiner Choreographie die traditionelle javanesische Darstellung der göttlichen Idee durch Egon Schieles aufrichtige Beschreibungen des "menschlichen Monsters". Inspiriert durch das psychologische Portrait eines Malers macht er sich auf die Suche nach seinem eigenen psychologischen Portrait.

Krisztián Gergye tanzt seit 1996 und interessierte sich zunächst vor allem für traditionellen javanesischen Tanz. 1998 ermöglichte ihm ein Stipendium ein einjähriges Studium in Indonesien, wo er verschiedene javanesische Tanztechniken erlernte. 2000 begann er auch als Choreograph zu arbeiten. Kennzeichnend für seinen Stil ist die Fusion von zeitgenössischem und traditionellem, javanesischem Tanz. Seit 1999 gehört Krisztián Gergye zur Csabai Attila Dance Company, tanzt aber auch bei anderen Kompanien, darunter Pál Frénak Cmpany, Dream Team und Atlantis Dance Theatre.

Dewa Che (Der große Frieden)
Choreographie/View/Tanz: Attila Csabai

"Heutzutage gehen Wissenschaftler davon aus, dass die absterbenden Neuronen die Produktion sogenannter Glücksgefühle verursachen. Dies könnte eine objektive Erklärung für die Existenz des Paradieses sein. Trotzdem müssen wir uns noch immer mit ziemlich subjektiven Gefühlen zufrieden geben." (Attila Csabai)

In seiner neuesten Produktion überschreitet Attila Csabai selbstdefinierte Grenzen. Er dekodiert, bzw. rekodiert sein gesamtes vorheriges Symbol-System und wird dadurch zugänglicher als je zuvor.

Trisex (Uraufführung)
Choreographie/Tanz: Attila Csabai, Miriam Friedrich, Krisztián Gergye

Trisex ist die Überrraschungs-Choreographie des Abends: Außer dem Titel und den beteiligten TänzerInnen/ChoreographInnen ist nichts über das Stück bekannt. Da hilft nur eins: kommen und anschauen.

Eintritt: 10/7 Euro
Mi 20./Do 21.8.
20.00 Uhr

 

Waggonhalle