Fr. 4.7. bis So 6.7
Just One World
Kulturfestival zu Gunsten des Kiaragana-Kinderheims in Kenia
 Friedenstournee 2003

Yair Dalal

Fr 4.7., 20 Uhr
Friedenstournee 2003
Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Die Friedenstournee bringt Menschen gemeinsam auf eine Bühne, die sich unter normalen Umständen nicht treffen würden: Israelis, Palästinenser und Europäer, Juden, Christen und Muslime, Menschen, die existentiell betroffen von der Gewaltspirale im Nahen Osten. Eine gemeinsame geschichtliche Spur verbindet ihre Nationen: Deutschland, Israel, Palästina.

Durch Musik, einzelne Theaterszenen und ihre in kurzen Texten vorgetragenen politischen Visionen treten die KünstlerInnen der Friedenstournee für gerechte und friedliche Lösungen der Konflikte im Nahen Osten aber auch in anderen Teilen der Erde ein. Sie informieren über die Friedensarbeit, die auf israelischer wie auch, beinahe unbekannt in Europa, auf palästinensischer Seite geleistet wird. Gemeinsam unterstützen sie seit einem Friedenscamp im Sommer 2002 in Tamera/Portugal mit einer eigenen Initiative den Friedensprozess im Nahen Osten und hoffen mit den BewohnerInnen dieser Region darauf, dass sie den Traum vom "Heiligen Land" wiederentdecken und verwirklichen können.

Im Dezember 2002 trafen sich die KünstlerInnen der Friedenstournee – beinahe ein Wunder unter den aktuellen politischen Verhältnissen – zu einem Konzert im Friedensdorf Neve Shalom/Wahat al-Salam in Israel. Nur einem der Musiker aus Bethlehem wurde die Ausreise verweigert. Neben ihren Auftritten in der Öffentlichkeit geht die Arbeit innerhalb des Teams während der Friedenstournee weiter. Die Beteiligten wissen, dass Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Er ist eine Revolution in unseren Lebens- und Denkgewohnheiten. Diejenigen, die nach der Tournee wieder in ihr Leben in einem Konfliktgebiet zurückkehren, brauchen eine Perspektive, an die sie glauben können und die sie trotz der eskalierenden Gewalt schützt vor Ohnmacht und Resignation. "Denn ohne Hoffnung", so Elias aus Bethlehem, "können wir nicht leben."

Mitwirkende:

Israel: Yair Dalal (Geige, Oud) und Avi Agababa (Percussion), führende jüdische Musiker, deren Vorfahren aus dem Irak stammen. In ihrer Musik lassen sie eine gemeinsame Wurzel der jüdischen und arabischen Kultur erklingen. Yair Dalal arbeitet mit namhaften internationalen Musikern zusammen: Maestro Zubin Mehta, Ken Zuckerman (USA/Schweiz), L.Shankar (Indien) und vielen mehr. 1994 initiierte er in Oslo das Galakonzert Zaman el salaam anlässlich der Einjahresfeier der Osloer Friedensverträge. In der großen Pause des Konzerts unterzeichneten Yassir Arafat und Simon Peres einen weiteren Abschnitt des Friedensvertrages. Dalal und Agababa verstehen sich als Vertreter der Friedensbewegung in Israel und wollen ihr Talent dem Ziel zur Verfügung stellen, die ideologischen Barrieren zwischen Menschen abzubauen, ganz besonders zwischen Arabern und Juden. Für sie ist die kulturelle Fusion, die auf wirklichem, gegenseitigen Respekt basiert, eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Kommunikation zwischen Menschen.

Manal Massalah: Palästinenserin aus Jerusalem, studierte Soziologie und Anthropologie an der Hebrew University, Aktivitäten für B'tselem (Menschenrechte) und Ta'ayush (Graswurzel-Friedensbewegung), Koordinatorin u.a. für "Eine Chance für die Menschenwürde" des Van Leer Institute, Jerusalem und des "Women's Leadership Project, Beit Tsafafa Community Center, Jerusalem. Viele Auslandsaufenthalte.

Palästina: Elias, Imad, Victor und Ranja aus Bethlehem. (Ihre vollen Namen wollen wir zu ihrem Schutz nicht bekannt geben). Als Teenager erlebten sie die erste Intifada. Statt zu tanzen und auszugehen, wie Gleichaltrige in anderen Ländern, verteilten sie Flugblätter für ihr Recht auf Freiheit. Statt Zukunftspläne zu schmieden, begruben sie ihre Freunde. Sie arbeiten heute u.a. mit traumatisierten Kindern, um Hass- und Rachegefühle aufzulösen. Denn sie wissen: Die einzige Antwort auf Gewalt heißt Frieden. Während der wochenlangen Ausgangssperren in Bethlehem schlichen sie sich immer wieder unter Lebensgefahr ins örtliche Fernsehstudio, um durch verschiedene Sendungen die Erinnerung an ein Leben ohne Krieg wachzuhalten.

Deutschland/Portugal: Sabine Lichtenfels, Autorin, freie Theologin, Mitbegründerin von Tamera in Portugal und Leiterin des Instituts für Globale Friedensarbeit (IGF). Seit 25 Jahren engagiert sie sich für den Aufbau neuer sozialer Strukturen, in denen das Leben und die Liebe im Mittelpunkt stehen. Tamera ist ein Forschungsprojekt, das sich seit 1995 diesem Ziel widmet: einer universellen Gemeinschaft, in der Menschen aller Hautfarben und Religionen miteinander und mit allen Mitgeschöpfen in Frieden zusammenleben.

Benjamin von Mendelssohn entwickelte gemeinsam mit weiteren Studenten der Friedensschule Mirja (Tamera) das Theaterstück "Wir weigern uns, Feinde zu sein". In künstlerischer Form werden die politischen und historischen Wurzeln des Nahost-Konfliktes aufgezeigt und eine mögliche Perspektive dargestellt. Die Friedensschule vermittelt jungen Menschen ein spirituelles, menschliches und politisches Wissen, das sie auf Aufgaben im Rahmen einer wachsenden Friedensbewegung und für den Einsatz in Krisengebieten vorbereitet. Der Schwerpunkt besteht darin, den Aufbau von gewaltfreien und autarken Friedensmodellen zu unterstützen.

Eintritt frei

 

Waggonhalle