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Große Kunst fordert
zuweilen Opfer, auch in der Musik. Und wenn dann ein besonders feinfühliges
Publikum nämlich die Freunde akustischer Musik, die bekanntlich
durch bloße Effekthascherei nicht zu beeindrucken sind mit einem
seligen Lächeln über den Verlust hinwegsieht, dann war das Opfer nicht
umsonst. Besagter Gesichtsausdruck der Verzückung findet sich bei den
Gästen von Chris-Jones-Konzerten. Und das Opfer, das dieser Ausnahmemusiker
seiner Kunst erweisen muss, sind handgefertigte Lakewood-Gitarren, die
er durch die Verwendung metallener Fingerpicks auf geniale Weise ruiniert.
So entsteht ein originärer Sound, der unorthodox ist und gleichzeitig
das Maximum dessen, was mit einer akustischen Gitarre möglich ist, aus
dem Instrument hervorzaubert. Diese Klänge sind nicht die einzige Überraschung,
die das Publikum von Chris Jones erwarten darf. Denn zu seinen Vorbildern
gehört neben Bob Dylan oder Peter, Paul & Mary eben auch ein gewisser
Johann Sebastian Bach, dem Jones eine Sonate widmete, die ihn einst zum
"Jungkomponisten des Jahres" machte. Das Spektrum reicht denn auch vom
Barock über traditionelle irische Musik bis hin zu Blues, Country und
Rock'n'Roll. Als ob dies nicht bereits abendfüllend wäre, bietet die vierte
Ausgabe des Acoustic Meetings in bewährter Manier noch zwei Acts als "Anwärmer",
die allein schon das Kommen Wert wären: Robert Oberbeck macht den Anfang
in der Waggonhalle. Das Marburger Urgestein muss man nicht mehr vorstellen.
Sein Mix aus eigenen Songs und Coverversionen von Springsteen bis Tom
Petty machten ihm einen Namen als HardCore Troubadour. Im Anschluss wird
das Publikum Zeuge einer ganz speziellen musikalischen Begegnung. Billy
Goodman und Dale King werden ihre Perfektion an slide guitar bzw. Mundharmonika
zu einer höheren Einheit verschmelzen. Und wenn der Blues-King dann noch
seinen Bariton aus der Kehle lässt, dürfte die Zeit bis zum Auftritt von
Chris Jones bestimmt nicht zu lang werden
Eintritt:
10/7 Euro
Fr
7.3., 20.00 Uhr
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