|

|
Kassandra,
trojanische Königstochter und Seherin, verweigerte sich dem Gott Apollon.
Dieser strafte sie, indem er dafür sorgte, dass niemand ihren Prophezeiungen
glaubte. Nach dem Untergang Trojas wurde Kassandra von dem griechischen
Heerführer Agamemnon nach Mykene verschleppt. Hier setzt Christa Wolfs
Erzählung ein. Kassandra, vor dem Löwentor von Mykene stehend, weiß um
ihren bevorstehenden Tod und um den des triumphierenden Agamemnon, der
einem Anschlag seiner Frau Klytämnestra und ihres Liebhabers zum Opfer
fallen wird. In einem inneren Monolog blickt Kassandra auf ihr Leben zurück,
ihre Liebe zu Aineas und auf den Krieg. Kurz vor ihrem Tod kennt und erkennt
Kassandra die Menschen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist.
Sie gewährt Einblick in die Zusammenhänge zwischen Machtstreben und Krieg.
"Hier ende ich, ohnmächtig, und nichts, was ich hätte tun und lassen,
wollen oder denken können, hätte mich an ein anderes Ziel geführt." Christa
Wolf sieht Kassandra weder als Heldin noch als idealisierte Märtyrerin,
sondern als Menschentypus, dessen Geschichte heute genauso verlaufen könnte:
"Kassandra sieht die Zukunft, weil sie den Mut hat, die wirklichen Verhältnisse
der Gegenwart zu sehen."
Sybille
Denker und der Regisseur Peter Willi Hermans arbeiten seit 1993 als freies
Schauspiel-Ensemble zusammen. Seitdem bereisen sie die Kleinkunst- und
Theaterbühnen der Republik und arbeiten als Gäste bei freien Projekten
und verschiedenen Stadttheatern. Kassandra ist ihre dritte gemeinsame
Arbeit. Das Ensemble ist Mitglied Im Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg
e.V. Mit: Sybille Denker; Regie: Peter Willi Hermanns; Dramaturgie: Annemarie
Lütjens.
Fr 26.4., 20.30 Uhr
Eintritt:
10/7 €
|