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Dieser
Abend bietet die seltene Gelegenheit, einzutauchen in die klassische Unterhaltungskultur
Indiens. Die klassische Musik Indiens steht in einer durchgängigen, fast
zweitausendjährigen Tradition, die auf vedische Zeiten zurückgeht. Ihre
heutige Form ist das Ergebnis unterschiedlicher einheimischer und ausländischer
Einflüsse, die über die Jahrhunderte miteinander zu einer Einheit verschmolzen
sind. Strukturell unterscheidet sich die klassische Musik Indiens stark
von der europäischen Klassik und sollte deshalb nicht nach westlichen Maßstäben
der Harmonie beurteilt werden. Ihre melodische Grundlage sind die Raga:
Tonfolgen, die bestimmte Stimmungen wiedergeben und oft Tages- oder Jahreszeiten
symbolisieren. Die Tala, Zyklen zwischen drei und 108 Schlägen, bilden die
rhythmische Basis indischer Musik. Ähnlich wie Jazz lebt indische Musik
von den improvisatorischen Fähigkeiten der Solisten, die einen festen, kompositorischen
Rahmen ausfüllen und bereichern. Mit Sri Bidyut Khan (Sarod), Parananda
(Sitar und Gesang) und Sanjay Adhikari (Tabla) sind drei herausragende indische
Musiker in der Waggonhalle zu Gast. Saswati Chatterjee ist eine der vielversprechendsten
Kathak Tänzerinnen Indiens. Kathak, einer der sechs wichtigsten klassischen
indischen Tanzstile, gilt als eine der dynamischsten Theaterformen der Welt.
Der Name kommt von "Katha", der "Kunst des Geschichtenerzählens". Die Kathakas/Geschichtenerzähler
lassen mit den Mitteln Tanz, Musik und Mime die großen indischen Mythen
und Sagen lebendig werden. Ursprünglich ein Ausdruck der Götterverehrung,
fand der Kathak im Laufe der Zeit seinen Weg an die Höfe weltlicher Herren.
Im 19. Jahrhundert bildeten sich in Nordindien zwei wesentliche Schulen
heraus: die Jaipur Gharana, entstanden an den Höfen der Hindu-Herrscher
von Rajasthan, betonte die technische Meisterschaft des reinen Tanzes; am
Hof von Wajid Ali Shah, dem muslimischen Nawab von Oudh entstand mit der
Lucknow Gharana eine Schule, die den Schwerpunkt auf den dramatischen und
sinnlichen Ausdruck legte. Der heutige Kathak vereint in sich Elemente beider
Schulen.
Mo
8.4., 20.30 Uhr
Eintritt:
10/7 € |

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