Turmalin Theater (Weingarts)
Medea. Mit Wölfen gewandert
nach der Erzählung von Dagmar Nick

Einen Frau ohne festen Wohnsitz, ohne Hab und Gut, nicht unansehnlich, durchstreift ein fremdes Land. Sie hat nur ein Ziel vor Augen: sie will ihn finden, den Kentauren Chiron, um den sich, genau wie um sie selbst, Geschichten ranken. Er soll gefährlich sein, halb Mensch, halb Pferd, und sich von rohem Menschenfleisch und gegorener Stutenmilch nähren, Frauen reißen wie Tiere das Wild. Sie soll ihre Kinder eigenhändig erwürgt haben. Man sagt, sie sei Zauberin und Seherin, eine, die Männer verhext. Medea: geflohen aus Kolchis, verscheucht aus Jolkos, verbannt aus Korinth. Sie ist eine, die alles verliert und nichts mehr zu verlieren hat ...

Medea ist der Mythos einer Frau, die wegen ihrer Liebe zu Jason alles aufgibt, um am Ende von ihm betrogen zu werden. Medea rächt sich, indem sie die gemeinsamen Kinder tötet. Von da an irrt sie als Vogelfreie durch die Welt. Das Bühnenstück Medea. Mit Wölfen gewandert nach Dagmar Nicks Prosatext ist eine moderne Interpretation des Mythos. Vom blutrünstigen Bild der betrogenen Ehefrau bleibt nicht allzu viel übrig. Hier entlarvt Medea die Kette von Verleumdungen und Lügen, die gesponnen wurden, um die wahren Geschehnisse zu vertuschen, die geprägt sind von Macht und Angst, Männlichkeitswahn und Unmenschlichkeit.

Das Turmalin Theater ist seit 1987 mit seinen Produktionen im ganzen Bundesgebiet und den angrenzenden Ländern unterwegs. So tourten sie z.B. auf Einladung des Goethe-Instituts in den Niederlanden, traten im Rahmenprogramm der documenta 1987 und 1992 sowie auf zahlreichen Festivals und Ausstellungen auf.

Mit: Cornelia Gutermann-Bauer; Regie: Günter Bauer; Musik: Manfred Leuchter

Eintritt: 10/7 €
Fr 15./Sa 16./So 17.3., 20.30 Uhr

Medea

Waggonhalle