Drei "Marburger
Altlinke" haben sich zusammengetan, um einen Mann und sein Werk zu würdigen:
Peter Hacks. 1955 zieht der Dichter von München nach Berlin, DDR. Hacks
erhält sechs große DDR-Literaturpreise. Dann passiert es:
Seit
der großen Schreckenswende
Sieht des Dichters ernstes Haupt
Sich durch neue Zeitumstände
Aller Hoffnung jäh beraubt.
Bemerkenswert bleibt, daß Hacks' Lyrik von der Literaturkritik der BRD
nicht annähernd adäquat zur Kenntnis genommen wird - dabei weiß Hacks
so gut wie Robert Gernhardt, was ein Sonett ist, eine Ode, eine Ballade.
Was Hacks westlich wie östlich von Oder und Neisse keiner nachmacht:
ein Gedicht mit Titel "Venus und Stalin" und dem Schluß
Die
Liebe und die Sowjetmacht
Sind nur mitsammen darstellbar.
Derart innig verschmelzen
Eros und Politik selbst bei Hacks nur in seltnen Glücksmomenten. So
ergibt sich für die Lesung die Akzentuierung in drei Stimmen: Jürgen
Helmut Keuchel vom Hessischen Landestheater leiht seinen sonoren Bass
dem betont männlichen, frivolen Hacks; Georg Fülberth, DKP, vertritt
den politischen Autor; Pruniella Fuchs vom Theater GegenStand rührt
an die zarten Saiten des Poeten. Dazwischen bröckelt die Mauer - erst
recht, wenn Stefan Gebhardt am Piano und Stefan Koch am Saxophon mit
jugendlicher Verve die Rezitation der in Ehren ergrauten Altlinken sprengen.
Eintritt: 10/7 €
Spenden erwünscht
Di
05.03., 20.30 Uhr