Peter Hacks – Gedichte
Lesung mit Pruniella Fuchs (Theater GegenStand), Jürgen Helmut Keuchel (Hessisches Landestheater) und Georg Fülberth (DKP)

Drei "Marburger Altlinke" haben sich zusammengetan, um einen Mann und sein Werk zu würdigen: Peter Hacks. 1955 zieht der Dichter von München nach Berlin, DDR. Hacks erhält sechs große DDR-Literaturpreise. Dann passiert es:

Seit der großen Schreckenswende
Sieht des Dichters ernstes Haupt
Sich durch neue Zeitumstände
Aller Hoffnung jäh beraubt.


Bemerkenswert bleibt, daß Hacks' Lyrik von der Literaturkritik der BRD nicht annähernd adäquat zur Kenntnis genommen wird - dabei weiß Hacks so gut wie Robert Gernhardt, was ein Sonett ist, eine Ode, eine Ballade. Was Hacks westlich wie östlich von Oder und Neisse keiner nachmacht: ein Gedicht mit Titel "Venus und Stalin" und dem Schluß

Die Liebe und die Sowjetmacht
Sind nur mitsammen darstellbar.

Derart innig verschmelzen Eros und Politik selbst bei Hacks nur in seltnen Glücksmomenten. So ergibt sich für die Lesung die Akzentuierung in drei Stimmen: Jürgen Helmut Keuchel vom Hessischen Landestheater leiht seinen sonoren Bass dem betont männlichen, frivolen Hacks; Georg Fülberth, DKP, vertritt den politischen Autor; Pruniella Fuchs vom Theater GegenStand rührt an die zarten Saiten des Poeten. Dazwischen bröckelt die Mauer - erst recht, wenn Stefan Gebhardt am Piano und Stefan Koch am Saxophon mit jugendlicher Verve die Rezitation der in Ehren ergrauten Altlinken sprengen.

Eintritt: 10/7 €
Spenden erwünscht
D
i 05.03., 20.30 Uhr

Peter Hacks

Waggonhalle