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"Keine Zeit" Diesen
Satz hört man ständig, sagt man oft, hinterfragt man selten.
Die Gruppe NullOptik, eine Theatergruppe
bestehend aus sehbehinderten SchülerInnen der Carl-Strehl-Schule und StudentInnen
der Philippsuniversität, hat diesen Satz analysiert, verdichtet, ertanzt,
verdreht und bespielt. Herausgekommen ist ein Tanz/Theaterstück, das sich
angereichert durch eigene Texte und Gedichte mit dem Thema
Zeit beschäftigt.
Der Wiedererkennungswert ist hoch, der Blick in den Spiegel der Bühne
unvermeidbar. Wer sehnt sich nicht nach Freiheit, nach Liebe, nach Ruhe,
nach sich selbst - doch all das braucht Zeit. Stattdessen verliert man
sich, fühlt sich bedrängt, steht ständig unter Zeitdruck, rennt und hetzt,
ohne Augen für andere und wird aufgefressen von all dem, was man so dringend
tun muss....
"Keine Zeit!" das Motto unserer Zeit.
"Unser Dasein hat keinen Grund und Boden, darauf es fußte, als die dahin
schwindende Gegenwart. Wir müssten rasend werden, wäre uns wirklich bewusst,
wie uns die Zeit unter den Fingern verrinnt." (Schopenhauer "Zeit und
Vergänglichkeit")
"... Zum Glück sind da all die unerfüllten Wünsche, das Streben nach Erfolg,
die Sorge um die Familie, die Mühen der Arbeit, kurz der Wirrwarr unseres
Lebens, der uns davon abhält, daran zu denken, woher wir kommen, was wir
sind und tun und wohin wir gehen." (Blaise Pascal "Die Langeweile").
Und doch gibt es sie noch die Oasen der Ruhe, die Momente des Innehaltens
Augenblicke des Glücks, die wir immer wieder neu finden und hüten
müssen, wie einen kostbaren Schatz. Sie werden sie auch in diesem rasanten
Theaterstück finden, und wer sich die Zeit nimmt, zu schauen, zu fühlen,
zu hören, zu staunen der findet für sich ein Stück erlebte Zeit.
Was will man mehr.
"Die Akteure überzeugten ... durch ihre ausdrucksstarke Mimik und Gestik.
Immer wieder boten sich den Zuschauern neue Bilder auf der Bühne, die
jedoch ... alle zusammengehörten - zur unaufhörlich tickenden Zeit" (OP
21.6.01)
"Eine gelungene Produktion
mit viel Körpereinsatz und Symbolen und dargeboten in einer Qualität,
die sich an professionellen Aufführungen messen kann." (MNZ 30.05.01)
Regie: Karin Winkelsträter
Eintritt:
10/8 DM
Fr 21./Sa 22.9., 20.30 Uhr
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