Der Agmes-Nefesh Ansambl (Saarbrücken/Israel/USA)
Glu-Glu-Glu
Jiddisches Kabarett über das Ertrinken und andere katastrophale Lebensumstände
In Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Marburg
Der Agmes-Nefesh Ansambl
  Glu-Glu-Glu heißt auf deutsch soviel wie "gluck-gluck" und ist ein Kabarett mit Conférencen in jiddischer Sprache und einem Repertoire aus wenig bekannten Volksliedern, Balladen und Moritaten. Der musikalische Stil des Agmes-Nefesh Ansambls ist eine Mischung aus mittelalterlicher Musik, Klezmer und selbstbewußten, persönlichen Arrangements. Jiddische Musik wird oft als Nebeneinander von "überschäumender Lebensfreude und abgrundtiefer Trauer" beschrieben. Aber wenn die Musik vor hundert Jahren die Trauer der Armut ausdrückte vermischt jiddischer Chuzpe, so steht sie heute für die Sehnsucht nach abgehackten Wurzeln, vermischt mit der Freude am Entdecken der eigenen Kultur. Glu-Glu-Glu hat nichts mit Nostalgie zu tun, sondern mit lebendigem Schmerz und dem Versuch, das Abgleiten einer versunkenen Welt in die Vergessenheit aufzuhalten und sie in das moderne Leben einfließen zulassen, als Wegweiser für die Zukunft. Deshalb steht im Programmheft wie eine Warnung der Satz: "Unsere Folklore ist nicht fröhlich."
Der Agmes-Nefesh Ansambl besteht aus: Avishai Alexander Fisz (Gesang, Akkordeon, Konzertina, Glockenspiel), Schauspieler am israelischen Nationaltheater HABIMA und Dozent für Jiddisch an den Universitäten Trier und Oxford; Ruth Boguslawski (Gesang, Perkussion), Rocksängerin in den 80er Jahren, Kabarettistin und professionelle Bajazza; Annette Hüpper (Harfe, Gesang), die als erste seit dem Troubadour Süßkind von Trimberg die Harfe wieder in die jiddische Musik einführte, Ensemble-Mitglied bei KaleidiPhon und der Folksbine, New York; Markus Milian Müller (Kontrabass, Gitarre, Gesang), dessen Gitarre durch unzählige Musikstile mäandriert, dessen Kontrabass sich aber in der jiddischen Musik am wohlsten fühlt; Élodie Brochier (Puppenspiel). In Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Marburg


Eintritt: 18/14 DM
Sa 30.9., 20.30 Uhr

Waggonhalle