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Jeder
kann jeden jederzeit jedenorts erreichen - der Information Technology
(IT) sei Dank. Aber funktioniert die Verständigung dadurch wirklich besser
und kommt das Gesagte eindeutiger an? Und wo bleiben die Konnotation,
die Gesten, die Mimik, die Töne, wohin verkriecht sich die Sinnlichkeit
der Kommunikation? Tonfälle ist ein Forschungsprojekt über Kommunikation,
das die Grenzen der Mittelbarkeit auslotet und nach den Intentionen der
Verständigung fragt. Ausgangspunkt ist die These des Sprachwissenschaftlers
Paul Watzlawik: "Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren." Mit Petra
Lehr, Christina Ascher und Hanna Linde führen eine Tänzerin, eine Sängerin
und eine Schauspielerin den Variationsreichtum von Worten, Tönen und Körpern
vor. Sie demonstrieren, dass der Austausch von Bildschirm zu Bildschirm
nicht den von Angesicht zu Angesicht ersetzen kann, dass Handeln und Nichthandeln,
Reden und Schweigen pausenlos mitteilen, und dass das Gesagte nicht immer
das Gemeinte ist. Die Akteurinnen verzichten bewusst auf Musik- oder Geräuschkonserven
und schaffen sämtliche Ausdrucksformen selbst.
Petra Lehr arbeitet seit 1980 als Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin.
Sie erhielt ihre Ausbildung an der Leonhard Pitt School of Mime and Mask
Theater (San Francisco) und nahm Unterricht an der Martha Graham School
of Contemporary Dance, sowie dem Alvin Ailey American Dance Center. Nach
einigen Solo-Projekten gründete sie 1993 das Co.Lab.TanzTheater, mit dem
sie mehrmals in der Waggonhalle auftrat. Seit 1998 ist Petra Lehr künstlerische
Leiterin des Tanz- und Theaterbereichs der Marburger Sommerakademie.
Hanna Linde erhielt ihre Ausbildung ab 1987 bei M. Brandsdörfer in Mainz
an der Schauspielschule Der Keller in Köln und am Schauspiel-Atelier,
Offenbach. Von 1995 bis 1996 studierte sie an der Akademie für Theater-
und Filmkunst in St. Petersburg. Ihre Abschlussarbeit war das Solo Durst
nach Andrej Platonovs Meer der Jugend, das sie in St. Petersburg
und Mainz zeigte. Sie hatte Unterricht bei Lenard Petit vom Chechov Studio,
New York und nahm an internationalen Chechov-Kongressen in Berlin und
Riga teil. Hanna Linde trat u.a. mit dem Frankfurter Theater Grüne Soße
und dem Wiesbadener Pegasus Theater auf. Tonfälle ist ihre dritte
Produktion mit dem Co.Lab.TanzTheater.
Christina Ascher stammt aus New York und studierte Gesang an der Juillard
School und am Oberlin Conservatory. Nach zahlreichen Opernengagements
u.a. in Chicago, Hamburg, Berlin, München und Graz debütierte sie 1986
als Solistin mit den Berliner Philharmonikern und 1999 mit dem Royal Philharmonic
Orchestra London. Christina Ascher ist international bekannt als engagierte,
kompromisslose und experimentierfreudige Interpretin moderner Musik und
modernen Musiktheaters. In letzter Zeit beteiligte sie sich an mehreren
Projekten als Komponistin, oder entwarf Musikkonzepte für Ensembles anderer
Sparten. Gesang: Christina Ascher, Tanz: Petra Lehr, Schauspiel: Hanna
Linde, Licht: Oliver Heyde
Eine
Veranstaltung des Kulturamts der Stadt Marburg im Rahmen der Sommerakademie
Eintritt: 20,-/15,- DM
Mi 18.7., 20.30 Uhr
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