Zugfahren ist einfach. Man benötigt eine Fahrkarte und eine Zugverbindung.
Doch Zugfahren ist mehr als nur ein lästiges Warten auf die Ankunft,
während der Zug sich von Punkt A nach Punkt B fortbewegt.
Als Zugreisender kann man wunderbare und wunderliche Mitreisende treffen
und eigenartige, besenstielähnliche Gegenstände aus seltsamen Gepäckstücken
ragen sehen; man führt und hört Gespräche, die man sonst nicht führen
und hören würde, und man fragt sich mit einem Mal, wo man eigentlich
seine Fahrkahrte hingesteckt hat.
Davon, aber auch von Dingen, die man als normaler Zugreisender nicht
erleben wird, handelt diese Lesung. Da gibt es spontane Eheschließungen
und nicht enden wollende Tunnel; Züge halten an Bahnhöfen, die es gar
nicht gibt, und wenn ein Fahrgast einen Sonderwunsch hat, verlässt der
Zug die Gleise und bringt ihn direkt zu seinem Wunschziel.
Bei all dem vergisst man leicht, warum man eigentlich von Punkt A nach
Punkt B fahren wollte, und stellt fest: Start- und Endpunkt einer Zugfahrt
sind austauschbar. Die Fahrt selbst ist einzigartig.
Franziska Lüdtke und Martin Esters lesen Eisenbahn-Texte von Friedrich
Dürrenmatt, Boris Vian, Peter Bichsel, Venedikt Erofeev u.a.
Eine Lesung in einem Eisenbahnwaggon
auf dem Marburger Hauptbahnhof (Gleis 1)
Eintritt: 10 DM
Do 5.7., 20.30 Uhr