Spielbühne Wehrheim
Leonce und Lena
Von Georg Büchner

Leonce und Lena

Leonce und Lena

Leonce und Lena – eine merkwürdige Geschichte, ein Lustspiel. Unter dem konventionellen Lustspiel-Aufriss stecken Widerhaken, Abgründe tun sich auf. Was mit dem selbstbewussten Aufbruch von Leonce und Lena aus dem geistlosen, engen Staatswesen beginnt, endet nach der Reise durch ein deutsches Narrenland wieder am Ausgangsort. Am Hof harren die Beamten ungeduldig der Wiederkehr, die Tische sind gedeckt. Vor den Schlosstoren halten sich die Armen mit Fusel aufrecht. Die Ordnung ist wiederhergestellt. Die Revolution findet nicht statt. Von glücklichen Fügungen kann am Ende keine Rede sein. Valerio, der Außenseiter, führt das heimkehrende Paar als Puppen zur bevorstehenden Hochzeit. Dieses Bild, die Reduzierung des Menschen zum willenlosen Automaten, Büchners bitteres Vermächtnis, weist hinüber bis in unsere Zeit. Am Ende, trotzdem, aberwitzige Utopie: "Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten. Und dann umstellen wir das Ländchen mit Brennspiegeln, dass es keinen Winter mehr gibt, und wir das ganze Jahr zwischen Rosen und Veilchen, zwischen Orangen und Lorbeer stecken."
Mit: Tilman Beyland, Olaf Velte, Silvia Lindner, Claudia Busson, Michael Sommer, Regina Hoff, Markus Rühl, Manfred Jung, Philip Foerster; Regie: Olaf Velte; Bühne: Olaf Bohris, Stefan Velte; Licht: Stephan Mayer, Martin Mayer.


Eintritt: 15,-/12,- DM
Fr 18.5., 20.30 Uhr
Sa 19.5., 20.30 Uhr

Waggonhalle