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Spielbühne
Wehrheim |
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Leonce und Lena
eine merkwürdige Geschichte, ein Lustspiel. Unter dem konventionellen
Lustspiel-Aufriss stecken Widerhaken, Abgründe tun sich auf. Was mit dem
selbstbewussten Aufbruch von Leonce und Lena aus dem geistlosen, engen
Staatswesen beginnt, endet nach der Reise durch ein deutsches Narrenland
wieder am Ausgangsort. Am Hof harren die Beamten ungeduldig der Wiederkehr,
die Tische sind gedeckt. Vor den Schlosstoren halten sich die Armen mit
Fusel aufrecht. Die Ordnung ist wiederhergestellt. Die Revolution findet
nicht statt. Von glücklichen Fügungen kann am Ende keine Rede sein. Valerio,
der Außenseiter, führt das heimkehrende Paar als Puppen zur bevorstehenden
Hochzeit. Dieses Bild, die Reduzierung des Menschen zum willenlosen Automaten,
Büchners bitteres Vermächtnis, weist hinüber bis in unsere Zeit. Am Ende,
trotzdem, aberwitzige Utopie: "Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle
Kalender verbieten. Und dann umstellen wir das Ländchen mit Brennspiegeln,
dass es keinen Winter mehr gibt, und wir das ganze Jahr zwischen Rosen
und Veilchen, zwischen Orangen und Lorbeer stecken." |